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Am Schreibtisch sitzend: Elvira Castner (1844 – 1923), Frauenrechtlerin, Zahnärztin und Gründerin der ersten Gartenbauschule für Frauen, in Friedenau. Foto: ullstein bild/Deutsche Illustrations-Gesellschaft
© ullstein bild/Deutsche Illustrations-Gesellschaft

Mehr Straßen nach Frauen benennen Neue Namen braucht die Stadt

Zwei Straßen und ein Platz erhalten die Namen von Frauen. Ein kleiner Schritt weiter, um vom „Männer machen Geschichte“-Bild wegzukommen. Ein Kommentar.

Ich gebe zu, dass ich keinen der Namen der drei Frauen kannte, nach denen jetzt in Tempelhof-Schöneberg zwei Straßen und ein Platz benannt werden: Ingrid Rabe, Elvira Castner, Erna Proskauer (mehr über sie hier). Und das ist genau der Punkt. Auch mein Blick auf die Geschichte wurde von Männern geprägt, Frauen kamen nur selten vor.

Ein Augenöffner für mich waren die vielen spannenden Beiträge in Büchern, Medien und sozialen Medien zum 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts vor drei Jahren. Auch von den vielen Politikerinnen, um die es da ging - Anita Augspurg, Marie Juchacz, Helene Lange ... - hatte ich kaum je gehört.

Gut also, wenn wir diese Leistungen würdigen, wo wir nur können. Auch im Stadtbild, zum Beispiel durch Straßennamen. Gern mit Hilfe von Regelungen oder Absprachen wie dem Vorrecht, dass bei Neu- oder Umbenennungen jetzt erstmal Frauen dran sind.

Wenn dann irgendwo doch eine Benennung für einen Mann im Gespräch ist – Richard von Weizsäcker, David Bowie, Rio Reiser – dann schlaumeiert garantiert irgendeiner: Geht ja nicht, dürfen ja nur noch Frauen... höhöhö, das habt ihr nun davon (auch bei uns in der Redaktion soll das vorkommen).

Das erinnert an die Debatten um gendergerechte Sprache, in denen Leuten, die gendergerecht schreiben und sprechen möchten, vorgeworfen wird, dass sie das ja hier und da nicht konsequent tun. Als ob es dabei zuallererst auf Konsequenz ankäme und nicht viel mehr auf Experimentierfreude und den Wunsch, etwas Neues, Inklusiveres auszuprobieren.

Die Ausnahme als gern genommener Vorwand, um eine gute Idee zu diskreditieren. Am besten nicht beirren lassen davon.

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