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Ähnlich voll wie auf dieser Ausnahme von 2019 war es auch an diesem Wochenende im Sommerbad Mariendorf. Foto: dpa/Gregor Fischer
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Massiver Ansturm am Wochenende Technikfehler führen zu analogem Ausnahmezustand bei Berliner Freibädern

Mit so vielen Besuchern hatten die Bäderbetriebe nicht gerechnet. Und dann streikte auch noch der Server. Vor vielen Freibädern führte das zu Chaos.

Überfüllte Freibäder, stundenlanges Anstehen und Polizeieinsätze gegen gereizte Gemüter – am ersten heißen Wochenende in diesem Jahr hatten die Berliner Bäderbetriebe mit massiven Problemen zu kämpfen. „Mit diesem Ansturm war nicht zu rechnen“, sagte ein Sprecher der Bäderbetriebe einerseits. Andererseits erklärte er, dass es immer beim ersten heißen Wochenende in der Saison in den Freibädern voll werde.

In einigen Freibädern herrschte jedoch am Sonnabend und Sonntag Chaos, in den Schlangen vor den Eingängen warteten die Menschen teils bis zu zwei Stunden und länger. Vor den Eingängen kam es teils zu Rangeleien, die Stimmung war aggressiv, wie Augenzeugen am Sonntag etwa vom Freibad Pankow berichteten.

Dort musste am Vormittag die Polizei anrücken. Mehrere Personen, junge Männer, hätten sich vorgedrängelt und seien über den Zaun geklettert. Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch. Auch vor dem Sommerbad am Insulaner bildeten sich am frühen Sonntagmorgen erste Schlangen, die rasch anwuchsen. Am Einlass bemühten sich Sicherheitskräfte, den großen Andrang in geordneten Bahnen zu halten.

Nach Darstellung der Bäderbetriebe gab es massive technische Probleme. Die Bäderbetriebe hatten in der vergangenen Wochen eigens darum gebeten, Tickets im Online-Shop vorher zu buchen, was den Einlass garantiere. Doch bereits am Freitag war kurzzeitig das Online-System für die Ticketbuchung zusammengebrochen, am Sonnabend um 9.15 Uhr ging der Server dann in die Knie.

„Allein am Sonnabend gab es etwa 260 000 Zugriffe auf den Online-Shop. Das ist ein Vielfaches dessen, was wir auch im langjährigen Mittel an Eintrittskarten für ein solches heißes Wochenende verkauft haben“, sagte der Sprecher der Bäderbetriebe. „Das überstieg die Kapazitäten der Bäder.“ Auch am Sonntag war der Ticketshop nicht zu erreichen, die Internetseite der Bäderbetriebe fiel zeitweise aus. Karten für die Freibäder waren deshalb zunächst nur an den Kassen der Bäder zu bekommen. Die waren der Nachfrage nicht gewachsen.

Erst im Zuge der Coronapandemie waren Online-Tickets eingeführt worden. Sie sollen einen unkomplizierten Einlass per QR-Code ermöglichen. Doch der Zusammenbruch des digitalen Systems führte nun zum analogen Ausnahmezustand. axf

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