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Ausschließliches Lernen zu Hause soll nicht die Regel werden. Foto: imago images/Action Pictures
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Update „Lotteriespiel mit der Gesundheit“ Wut, Verständnis, Zweifel – das sind die Reaktionen auf die Berliner Schulöffnung

„Wir sind Kanonenfutter“, klagen Lehrer angesichts der anstehenden Rückkehr der Abschlussklassen. Bei den Schülern gibt es ein differenziertes Meinungsbild.

Bis zum Mittwoch-Nachmittag war die Welt noch in Ordnung gewesen für die Befürworter des Homeschooling. „Unsere Zahlen geben es noch nicht her, dass wir wieder in den Präsenzunterricht gehen können“, lautete die Ansage des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) im ARD-Morgenmagazin vor dem Hintergrund der entsprechenden Einigung auf Bundesebene.

Umso größer die Verwunderung - manche nennen es „Schock“ - , als der Senat nach seiner Sondersitzung am Mittwoch das Gegenteil bekannt machte: Zehntausende Schüler aus Abschlussklassen sollen bereits am 11. Januar wieder zurück in die Schulen kommen. Am 18. Januar sollen Grundschüler folgen. Dies hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) entschieden.

An vielen Schulen brach sich anschließend der Frust Bahn: „Wir sind Kanonenfutter“, formulierte ein Zehlendorfer Lehrer da, was viele dachten und was sich anschließend bei Twitter und Facebook Bahn brach. Der Ruf nach gegenteiligen Petitionen wurden laut, zumindest nach Protest, denn die Meldungen über anhaltend hohe Infektionszahlen und ein Besuchsverbot an der Charité wollte so gar nicht zur Schulöffnung passen. „Absurd“ sei das Ganze, schrieb ein Vater an den Tagesspiegel.

Am Donnerstag dann wurden die ablehnenden Reaktionen immer lauter. Die Neuköllner Gymnasien stellten einen „Eilantrag“ auf Verlängerung des reinen Homeschooling um mindestens eine Woche aus Sorge über die aktuell „wohl schwierigste Phase der Pandemie“. Der Bezirkselternausschuss habe sich ebenso positioniert, heißt es in dem Schreiben an die Schulaufsicht.

Appell von Reinickendorfer Schulleitungen

Eine vergleichbare Reaktion kam aus Reinickendorf. Dort teilte ein Gymnasialleiter seiner Schulgemeinschaft mit, dass die Schulleiterinnen und Schulleiter der Reinickendorfer Oberschulen die Entscheidung über eine Rückkehr der Abschlussjahrgänge ab 11.01.2021 "mit großer Sorge" zur Kenntnis genommen hätten. Die Schulen hätten eine Verlängerung Lernens zu Hause bis zum 29.1.2021 beantragt "und hoffen auf eine schnelle Rückmeldung aus der Senatsverwaltung", heißt es in dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt.

Mehr als ein Dutzend Grundschulleitungen aus Friedrichshain-Kreuzberg verwiesen in einem Brief an Scheeres und Müller auf den "großer Widerspruch zwischen den Verhaltensvorschriften für den privaten Bereich und der Öffnung von Schulen".

„Da wird sich vor die Füße gespuckt, aus einer Flasche getrunken"

Der Leiter eines Oberstufenzentrums beschrieb dem Tagesspiegel, was die Schulöffnung für seine Schule mit rund 2000 Schülerinnen und Schülern bedeuten würde. Denn der Schulalltag bestehe schließlich nicht nur aus Unterricht: In den Pausen treibe es die älteren Schüler zum Rauchen und Abhängen raus vor die Schulen. Dementsprechend würden in den Pausen und jenseits der Zugriffsmöglichkeit der Schule alle Regeln, Vereinbarungen und Vorschriften zum Infektionsschutz regelmäßig und äußerst gründlich missachtet:

„Da wird sich vor die Füße gespuckt, aus einer Flasche getrunken, miteinander gelacht, sich gegenseitig der Rauch ins Gesicht gepustet, sich angeschrien, miteinander gerangelt, im Auto gemeinsam Musik gehört usw. Natürlich alles ohne die lästige Mund-Nasen-Bedeckung", schildert der Schulleiter die Situation.

Schulleiterverbände tragen die Öffnung mit

Allerdings - so einhellig wie es scheint, ist die Ablehnung gar nicht. Das zeichnete sich schon in der Presseerklärung der Bildungsverwaltung ab, in der es um die allmähliche Öffnung der Schulen ging (s. unten). Dort war nämlich zu lesen, dass Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) die „Zustimmung" der Schulleiterverbände bekommen habe.

„Wir müssen - wie andere Berufsgruppen auch - unseren Aufgaben nachkommen“, begründete Sven Zimmerschied seine Unterstützung für die Linie von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Zwar sei ihm klar, „dass viele Kolleg*innen die aktuellen Regelungen als sehr inkonsistent empfinden“, gab der Co-Vorsitzende der Sekundarsschulleitervereinigung zu bedenken und verwies auf die strengen Kontaktbeschränkungen, die etwa bei privaten Treffen gelten. Aber positiv sei ja, dass es sich um geteilte Klassen handele und das „Primat“ des Regelunterrichts nicht mehr gelte.

„Verantwortung für das Gemeinwesen“

Ähnlich sieht es Ronald Rahmig, der die Leiter der Berufsschulen vertritt, aber am Mittwochabend für sich allein sprechen wollte: „Ich begrüße die Entscheidung der Senatorin, die Schulen jetzt gestuft wieder zu öffnen“, teilte Rahmig auf Anfrage mit. In der aktuellen Situation sei es „fast unmöglich, die unterschiedlichen Einschätzungen und Sichtweisen auf das Geschehen zusammenzuführen, die von individuellen Erfahrungen und Dispositionen geprägt sind“, gab Rahmig zu bedenken.

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In Abwägung der Interessen von Schülern, Eltern und Lehrkräften müsse „Verantwortung für ein funktionierendes Gemeinwesen“ übernommen werden. Im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft wie dem Gesundheits- und Pflegebereich müsse auch die Schule ihren Beitrag leisten.

Es gebe „nach seinem Wissenstand“ auch keine wissenschaftlich belegten Erkenntnisse darüber, dass in der Schule ein Infektionsrisiko besteht, das über das allgemeine Risiko hinausgehe. Ähnlich reagierte Astrid-Sabine Busse von der Interessenvertretung der Berliner Schulleitungen.

Hingegen wies Florian Bublys von der Initiative „Bildet Berlin!“ darauf hin, dass sich "Lehrkräfte und Eltern völlig verschaukelt fühlen: Wenn alle wissen, dass keiner weiß, wie hoch das Infektionsgeschehen wirklich ist, ab Montag aber die Öffnung der Schulen wieder beginnt." Das sei nicht nur unglaubwürdig, vielmehr werde damit der Gesundheitsschutz von Schülern und Pädagogen "missachtet“. Es gebe, so Bublys, „tatsächlich Überlegungen, den Dienst am Montag vor Ort - aus Protest und im Sinne eines Zeichens für den Gesundheitsschutz - NICHT anzutreten“. Die Verzweiflung und Verunsicherung sei sehr groß.

Fehlendes Breitband erschwert das Umschalten in den Digitalunterricht

Andere Lehrer verwiesen auf die schon praktisch kaum mögliche Umsetzung des Vorhabens: Wenn man abwechselnd Präsenzklassen und Jahrgänge im Homeschooling habe, sei es kaum möglich, dem Homeschooling gerecht zu werden: Aus dem Unterricht zu Hause ergäben sich viel mehr Nachfragen als im herkömmlichen Unterricht, für die aber keine Zeit sei, wenn man fünf Minuten später vor der Klasse stehen müsse. Zudem scheitere diese Vorhaben am ausreichenden Netz an den Schulen: Mangels Breitbandanschluss könnten gar nicht mehrere Lehrer gleichzeitig online arbeiten.

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Schülergremien positionieren sich anders als die Lehrerschaft

Landesschülersprecher Richard Gamp sagte dem Tagesspiegel, dass es in der Schülerschaft große Sorge gebe über die Öffnung der Schulen. Um ein Meinungsbild zu bekommen, habe der Bezirksschülerausschuss Tempelhof-Schöneberg am Morgen eine berlinweite Umfrage gestartet.

Am Abend stand das Ergebnis fest, wie der Ausschussvorsitzende Felix Koeppe dem Tagesspiegel mitteilte. Demnach lehnten von knapp 12.000 Teilnehmern – meist Schülerinnen und Schüler – rund 70 Prozent die Schulöffnung ab. Unter denen, die 2021 einen Abschluss anstreben, waren es Koeppe zufolge rund 60 Prozent. Anders ausgedrückt: In den Abschlussklassen selbst stimmten rund 40 Prozent der Schüler für eine Rückkehr zum Präsenzunterricht.

Die Zustimmung zum Präsenzunterricht für die Grundschulklassen lag dagegen bei unter 20 Prozent.

Der Bezirksschülerausschuss Tempelhof-Schöneberg stellte vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse drei Forderungen auf:

  • Notbetreuung und Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler in der Schule, die versetzungsgefährdet sind oder zu Hause nicht die nötige Unterstützung bekommen können.
  • Präsenzunterricht für alle Jahrgänge, die in diesem Jahr auf einen Schulabschluss angewiesen sind, also nur die Klassen 10 und 13 an den Sekundarschulen sowie Klasse 12 am Gymnasium.
  • Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) für alle weiteren Klassenstufen, mit dem Angebot für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler, den direkten Austausch in der Schule zu ermöglichen.

Eltern wollen wissen: Was ist mit dem MSA?

Auch die Eltern reagierten abgewogen. Die Interessenlage der Eltern sei „sehr unterschiedlich“, hatte Landeselternsprecher Norman Heise bereits am Mittwoch zu bedenken gegeben - je nach dem, wie das angeleitete Lernen zu Hause funktioniere. Zudem sei es für berufstätige Eltern schwer, wenn es nicht viel mehr als einen Appell der Arbeitgeber gebe, das Homeoffice zu ermöglichen.

„Eltern sind aber auch gestresst, wenn sie Existenzsorgen haben, weil sie ihrer Arbeit nicht nachkommen können und so Angst vor Konsequenzen haben“, mahnt Heise. Er weist darauf hin, dass Scheeres noch immer nicht entschieden habe, ob alle Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss stattfinden müsse.  

Linke Schulen erst im Februar wieder öffnen

Die Berliner Linke will die stufenweise Schulöffnung ab dem kommenden Montag nicht hinnehmen. Die Fraktion fordert erst nach den Winterferien, die am 1. Februar beginnen, schrittweise zum Präsenzunterreicht zurückzukehren.

Fraktionschef Carsten Schatz kritisierte in der Plenardebatte den Plan der Bildungsverwaltung - auch wenn er die Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene zum Lockdown nicht grundsätzlich in Frage stellte.

Als „wenig konsistent“ bezeichnete Schatz die vorgesehenen Schulöffnungen mit Bezug auf die bis Ende des Monats geltenden strikten Kontaktbeschränkungen und kündigte an: „Wir werden diese inkonsistenten Regelungen diskutieren und Änderungen anregen.“

Auch Regina Kittler, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und schulpolitische Sprecherin der Linken im Abgeordnetenhaus, hat sich im Namen ihrer Fraktion „fassungslos“ über die geplanten Schulöffnungen in Berlin gezeigt. „Ich verstehe die Entscheidung überhaupt nicht, die Senatorin Scheeres getroffen hat“, sagte Kittler dem Tagesspiegel: „Das kommt mir vor wie ein Lotteriespiel mit der Gesundheit.“ 

Sie forderte, im Namen der Linksfraktion, das Homeschooling bis zu den Winterferien zu verlängern. Danach solle Wechselunterreicht stattfinden, bis eine Inzidenz von 50 erreicht ist, Aktuell liegt der Inzidenzwert in Berlin bei fast 140. Der Indikator gibt an, wie viele Neuinfektionen es in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gibt.

Kittel verstehe die Entscheidung umso weniger vor dem Hintergrund, dass der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Dramatik der aktuellen Coronalage erst noch am Mittwochmorgen im Morgenmagazin geschildert habe und auch die Bundeskanzlerin eindringlich vor dem Ernst der Lage gewarnt habe.

Kittler ist "gespannt", ob Eltern klagen werden

Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass Berlin ab kommenden Montag über 100.000 Oberschülerinnen und Oberschüler zur Schule und damit auf dem Schulweg auch in den Öffentlichen Nahverkehr schicken wolle, sagte Kittler.

Sie glaube nicht, dass Berlinerinnen und Berliner das nachvollziehen könnten, die gleichzeitig praktisch auf alle privaten Kontakte verzichten müssten. „Hier wird mit der Gesundheit von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften gespielt.“ 

Sie sei „sehr gespannt“, ob es Klagen von Eltern geben werde, die das Vorhaben noch bis Montag zu Fall bringen. Nach Kittlers Darstellung gab es keinen formalen Senatsbeschluss in der Frage. Scheeres habe das Thema lediglich als Besprechungspunkt vorgetragen, die Senatorin habe wegen der Komplexität der Situation in der Schule schon vor längerem „Handlungsfreiheit“ bekommen. „Ich kann mich diesem Handeln nicht anschließen“, schloss Kittler.

Kritik von der CDU, Grüne ebenfalls für Wiedereröffnung 

Die CDU forderte am Donnerstag den Berliner Senat auf, die Pläne zur schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen trotz anhaltenden Corona-Lockdowns zurückzunehmen. „Wir alle wünschen uns eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität im Bildungsbereich. Das Infektionsgeschehen gibt das aber derzeit noch nicht her“, erklärte der CDU-Vorsitzende Kai Wegner.

„Die Pläne von Rot-Rot-Grün sind überstürzt und widersprüchlich. Es ist auch nicht erkennbar, dass das Land ausreichend Vorsorge für einen sicheren Schulstart getroffen hätte“, so Wegner. „Gerade in dieser sensiblen Lage verdienen die Eltern und Schüler seriöse und durchdachte Entscheidungen“, meinte er. „Voreilige Versprechungen, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht halten lassen, sind da der falsche Weg. Es geht um Sicherheit und Verlässlichkeit für die Eltern und Schüler in Berlin.“

Die Berliner Grünen hingegen haben die Pläne für eine schrittweise Wiedereröffnung der Schulen trotz anhaltenden Corona-Lockdowns verteidigt. „Jeder Tag Schulschließung ist ein Tag mehr, an dem wir riskieren, dass Kinder und Jugendliche zurückbleiben“, sagte Fraktionschefin Silke Gebel am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. „Jeder Tag Lockdown bedeutet ein weiterer Tag, an dem die Schere zwischen denen, die lernen können, und denen, die nicht lernen können, größer wird.“ Und weiter: „Aber auch in der Pandemie dürfen wir den Anspruch nicht aufgeben, dass jedes Kind zum Bildungserfolg kommt.“

Geschlossene Schulen seien nicht gut für diejenigen Kinder, die schon im Normalzustand nur mit Ach und Krach einen Abschluss schafften. „Deshalb ist in der Abwägung zwischen Infektionsschutz und Recht auf Bildung der langsam beginnende Wechselunterricht an Grundschulen ab dem 18. Januar unter strengen Hygieneregeln richtig.“ Begleitet werden müsse dies durch kostenlose Schnelltests für Lehrer sowie kostenlose FFP2-Masken und Luftfilteranlagen in allen Bildungseinrichtungen, sagte Gebel.

Das passt alles nicht zusammen“

Auch aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW ist die Entscheidung des Senats falsch. Während die Bevölkerung angehalten sei, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, sei geplant, die Abschlussjahrgänge und bald danach auch die Grundschüler in die Schulen zurückzuholen. "Das passt alles nicht zusammen“, sagte der Berliner GEW-Landesvorsitzende Tom Erdmann am Donnerstag. „Ab der nächsten Woche sind die halben Oberstufen wieder in der Stadt unterwegs“, kritisierte Erdmann. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Infektionszahlen dann wieder so gut sind, dass man sich das leisten kann.“

Die GEW fordere, bis zum Ende des Lockdowns, dessen Verlängerung bis zum 31. Januar der Senat am Dienstag beschlossen hat, keinen Unterricht in den Schulen anzubieten.

Auch die Ankündigung des Senats, ab Mitte Februar zum Präsenzunterricht wie vor dem Beginn des Lockdowns im Dezember zurückzukehren, hält die GEW für einen Fehler. „Das ist in sechs Wochen. Zurückblickend vor sechs Wochen hat sich keiner vorstellen können, dass wir in einer Situation wie jetzt sind“, warnte Erdmann.

Die neuen Regelungen auf einen Blick

Die Senatsverwaltung für Bildung traf am Mittwoch für die Zeit bis Februar Festlegungen zum Schulbetrieb. Hier die Vorgaben, die der Mitteilung entnommen sind:

Ab dem 11. Januar 2021:

  • Es findet weiterhin kein Regelunterricht statt.
  • In der Primarstufe wird eine Notbetreuung angeboten. Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind und keine andere Möglichkeit der Betreuung haben, können die Notbetreuung im Umfang von maximal 8,5 Stunden täglich in Anspruch nehmen. Es reicht aus, wenn ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Alleinerziehende haben Anspruch auf Notbetreuung der Kinder, wenn sie keine andere Möglichkeit der Betreuung haben.
  • Die abschlussrelevanten Jahrgänge (Jahrgangsstufen 9, 10, 12, 13 an ISS und Gemeinschaftsschulen sowie 10, 11, 12 an Gymnasien, 12 und 13 an beruflichen Gymnasien und 10 an Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen) werden mindestens in halben Lerngruppen gemessen an Klassenstärken unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen unterrichtet, ebenso die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge an den beruflichen Schulen.
  • Ein Mittagessen kann angeboten werden.
  • Prüfungen finden statt; Klassenarbeiten und Klausuren können in allen Jahrgangsstufen der Berliner Schulen in Präsenz geschrieben werden, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.
  • Die Schulen machen sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern zusätzliche Förder- und Unterstützungsangebote. Bei Bedarf, z. B. bei Gefährdung des Schulabschlusses, sind Lernangebote in Kleingruppen durchzuführen.

 Ab dem 18. Januar 2021 gilt darüber hinaus:

  • Die Jahrgangsstufen 1 bis 3 des Primarbereichs werden mindestens in halbierter Klassenstärke unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln unterrichtet. Es ist ein Mindestpräsenzunterricht von drei Stunden täglich sicherzustellen.
  • An Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung sowie für Klassen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung können in Absprache mit der Schulaufsicht abweichende Regelungen festgelegt werden. 

Ab dem 25. Januar 2021 gilt darüber hinaus:

  • Die Jahrgangsstufen 4 bis 6 des Primarbereichs werden mindestens in halbierter Klassenstärke unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln unterrichtet. Es ist ein Mindestpräsenzunterricht von drei Stunden täglich sicherzustellen.
  • In den Präsenzphasen gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ab Klassenstufe 5 auch während des Unterrichts. 

Ab dem 8. Februar 2021 gilt für alle Schularten und Jahrgänge Präsenzunterricht in mindestens halber Lerngruppenstärke. 

Ab dem 15. Februar 2021 gilt für alle Schularten, vorbehaltlich anderer Festlegungen, die nach der Rücksprache zwischen Schulaufsicht und Gesundheitsämtern vorzunehmende Unterrichtsorganisation gemäß des Berliner Stufenplans. 

Die Probezeit an Gymnasien wird verlängert

Für das Schuljahr 2020/21 gilt für das Probejahr an Gymnasien: Alle Schülerinnen und Schüler an Gymnasien werden am Ende der Jahrgangsstufe 7 in die Jahrgangsstufe 8 versetzt, ein freiwilliger Wechsel in die Jahrgangsstufe 8 einer ISS oder Gemeinschaftsschule ist möglich. Die Entscheidung, ob der Wechsel vom Gymnasium auf eine ISS oder Gemeinschaftsschule erfolgt, wird für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die die Leistungsanforderungen der Jahrgangsstufe 7 nicht voll erfüllen, erst am Ende der Jahrgangsstufe 8 getroffen. (mit dpa)

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