Top candidate of the conservative Christian Democratic Union (CDU) party, Ingo Senftleben (L) and Brandenburg's State Premier and top candidate of the social democratic SPD party Dietmar Woidke take part in a TV show at the German channel ARD following the results of the exit polls during the state elections in Brandenburg on September 1, 2019 in Potsdam, eastern Germany. - The far-right Alternative for Germany party surged strongly in elections in two eastern states, public television exit polls said, reflecting anger with Chancellor Angela Merkel's coalition government. In Saxony, the anti-immigration AfD scored 27.5 percent, up sharply from 9.7 percent five years ago, broadcasters ARD and ZDF forecast. (Photo by Christoph Soeder / POOL / AFP) Foto: AFP
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Landtagswahl in Brandenburg Woidke und Senftleben könnten gemeinsam regieren - mit den Grünen

Nach Auszählung aller Stimmen in Brandenburg läuft alles auf eine Kenia-Koalition hinaus. Rot-Rot-Grün hätte zwar eine Mehrheit, aber nur eine Stimme.

Brandenburg steuert nach diesem Wahlsonntag auf eine bunte Regierung zu – nach zehn ausschließlich roten Jahren mit einer SPD-Linke-Koalition: Nachdem am Sonntagabend um 22.22 Uhr alle Stimmen ausgezählt waren, lief es klar darauf hinaus, dass eine neue Regierung aus SPD, CDU und Grünen die sicherste Mehrheit im Landtag und wohl auch die größten Chancen hätte.

Nach den Angaben des Landeswahlleiters lag nach Auszählung aller 3835 Wahlbezirke die SPD mit 26,2 Prozent vor der AfD (23,5), gefolgt von CDU (15,6), Grünen (10,8) und Linken (10,7). Die Freien Wähler (5,0), geführt von Péter Vida, haben damit den Sprung in den Landtag geschafft, während die FDP den Wiedereinzug verfehlte. Vida holte zudem in seinem Wahlkreis Barnim das Direktmandat.

Woidke gegen Rot-Rot-Grün

Mit einem Kenia-Bündnis bekäme die von Ministerpräsident Dietmar Woidke geführte SPD mit CDU und Grünen die beiden bisherigen Oppositionsparteien als Juniorpartner. Ein rot-schwarz-grünes Bündnis hätte im neuen Landtag, der aus 88 Abgeordneten besteht, 50 Sitze.

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Die absolute Mehrheit im Brandenburger Parlament liegt bei 45 Sitzen. Ein rot-rot-grünes Bündnis, das in den drei Parteien – mit Ausnahme von Woidke – viele Anhänger hat, käme nur auf 45 Sitze.

Eine Konstellation, in der CDU-Chef Ingo Senftleben Ministerpräsident würde, ist nur rein theoretisch vorstellbar. Ein Bündnis mit der AfD hatten vor der Wahl alle anderen Parteien kategorisch ausgeschlossen. Für Zweier-Koalitionen reicht es schon länger nicht mehr.

Viel hing davon ab, ob die Freien Wähler und die FDP – also beide – den Sprung in den Landtag schaffen, was die Koalitions-Optionen schlagartig eingeengt hätte.

So bleibt ein rot-schwarz-grünes Bündnis aktuell die einzige Regierungsoption, die eine sichere Mehrheit hätte. Zöge man auch Vierer-Koalitionen in Betracht, gäbe es etwa die Variante Rot-Rot-Grün plus Freie Wähler – was aber niemand anpeilt.

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