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Rund 300 Beamte von Polizei, Hauptzollamt, Steuerfahndung sowie Bezirks- und Ordnungsamt rückten an. Foto: Dominik Totaro
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Update Landeskriminalamt ermittelt Razzia wegen Menschenhandels in Berliner Asia-Einkaufszentrum

Polizei, Zoll und Ordnungsamt haben ein Asia-Zentrum in Lichtenberg durchsucht. Sie stießen auf zwölf Vietnamesen, die sich illegal in Deutschland aufhielten.

Wegen des Verdachts des Menschenhandels und der Ausbeutung von Arbeitskräften ist am Donnerstag ein Asia-Einkaufszentrum in Berlin-Lichtenberg durchsucht worden.

Rund 300 Beamte von Polizei, Hauptzollamt, Steuerfahndung sowie Bezirks- und Ordnungsamt rückten am Donnerstagmorgen bei dem Einkaufszentrum in der Marzahner Straße in Alt-Hohenschönhausen an.

Dabei seien zwölf Menschen vietnamesischer Staatsangehörigkeit angetroffen worden, die sich illegal im Land aufhielten. In der Vergangenheit habe es bereits vergleichbare Ermittlungen in dem Zentrum gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Bei dem Einsatz am Donnerstag habe es Überprüfungen im zweistelligen Bereich gegeben, ein Verfahren wegen des Verdachts des Menschenhandels sei eingeleitet worden. Zuständig sind die Ermittler des Landeskriminalamtes Berlin in der Abteilung für Organisierte Kriminalität.

Für international aufgestellte Menschenhändler ist Berlin eine wichtige Transitstadt, um Vietnamesen nach Westeuropa zu schleusen. Das Bundeskriminalamt stuft Berlin als „Dreh- und Angelpunkt“ vietnamesischer Menschenhändler ein.

Das Bundeskriminalamt stuft Berlin als „Dreh- und Angelpunkt“ vietnamesischer Menschenhändler ein. Foto: Dominik Totaro Vergrößern
Das Bundeskriminalamt stuft Berlin als „Dreh- und Angelpunkt“ vietnamesischer Menschenhändler ein. © Dominik Totaro

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Für Schleuser ist es ein einträgliches Geschäft: Die Frauen – auch ihre Familien – verschulden sich, damit die Frauen nach Deutschland gebracht werden. Dort müssen sie ihre Schulden abarbeiten, etwa in Nagelstudios.

In anderen Fällen wurden illegal eingereiste Vietnamesinnen zur Prostitution in illegalen Bordellen gezwungen, um Schleuserlöhne zu bezahlen.

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Andere Banden vermitteln Vaterschaftsanerkennungen durch Deutsche, damit Vietnamesinnen, die hier schwanger werden, in der Bundesrepublik bleiben können.

Ermittler schildern das Muster so: Deutsche Männer, häufig aus dem Trinkermilieu und Empfänger von Sozialleistungen, erkennen teils mehrfach gegen wenige Tausend Euro für ungeborener Kinder schwangerer Frauen aus Vietnam die Vaterschaft an. Die Kinder werden deutsche Staatsbürger – und für die Frauen wird damit eine Aufenthaltsgenehmigung erschlichen. (mit dpa)

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