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Umsonst und draußen. 8,3 Millionen Euro bewilligte der Senat für das „Kultursommerfestival“ und 1,2 Millionen für die „Draußenstadt“. Foto: Alexander Rentsch
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Kultursommerfestival in der Hauptstadt So sollen kostenlose Events Berliner Künstler unterstützen

90 Orte, 90 Tage, 90 Veranstaltungen: Es ist Halbzeit beim "Kultursommerfestival". Die kostenlosen Events kommen gut an – und helfen den Künstlern.

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat eine Menge Geld in die Hand genommen, um den Berliner:innen und ihren Gästen einen schönen Sommer zu bereiten. Einen Sommer voller Kulturerlebnisse, quer durch alle Genres, von hehr bis populär, niedrigschwellig, divers – und vor allem kostenlos und unter freiem Himmel.

8,3 Millionen Euro bewilligte der Senat für das „Kultursommerfestival“ und 1,2 Millionen für die „Draußenstadt“. Außerdem erhalten die Bezirke zusammen eine Sonderzahlung von 720 000 Euro für lokale Aktivitäten.

Die Organisation der beiden landesweiten Programmlinien vertraute der Senator der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH an, weshalb sie sich auch eine gemeinsame Website teilen: Die Draußenstadt ist dabei der große Gemischtwarenladen, in dem man so ziemlich alles findet, was derzeit in Berlin an kulturell angehauchten Freizeitaktivitäten angeboten wird.

Moritz van Dülmen, der Geschäftsführer der Kulturprojekte, erklärt, dass die Draußenstadt auch als Plattform für die unzähligen kleinen und kleinsten Veranstalter fungiert, die kaum Geld für eigene Marketing- oder Werbemaßnahmen haben. „Die hohen Zugriffszahlen zeigen uns“, fügt er hinzu, „dass die Leute auch gezielt nach so einem Open-Air-Kalender im Netz suchen.“

Moritz van Dülmen: "Alle Veranstaltungen sind voll."

Das Kultursommerfestival ist dagegen ein Reigen der von den Kulturprojekten kuratierten Extra-Events. 90 Erlebnisse an 90 Tagen und 90 Orten werden geboten – und zur Halbzeit stellt Moritz van Dülmen zufrieden fest: „Es läuft. Alle Veranstaltungen sind voll, ob es sich um die Großereignisse handelt, zu denen mehrere Tausend Besucher:innen kommen können, oder um kleine Locations, für die man sich im Vorfeld kostenlose Tickets buchen muss.“

Wenn er mit Blick auf Draußenstadt und das Kultursommerfestival von „Brot und Spielen“ spricht, dann meint er das nicht im antiken römischen Sinne. „Brot“ steht bei ihm ganz konkret dafür, dass die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler der Hauptstadt etwas zu beißen haben.

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Klaus Lederer hat beide Sommer-Aktionen zu ihrer finanziellen Unterstützung gestartet. Diejenigen aus der Kreativszene, die es in den Lockdowns besonders schwer hatten, können jetzt von staatlicher Hilfe profitieren, und zwar nicht als Almosen, sondern als gute Gage für ihre Auftritte.

Diese Konzerte, Lesungen, Performances sind die „Spiele“, von denen van Dülmen spricht: Lustbarkeiten fürs Volk, Kultur für alle, überall im Stadtgebiet – oder zumindest dort, wo die Bezirksämter den guten Willen hatten mitzumachen.

Vier Pianisten in Charlottenburg, Ostrock in Adlershof

Die nächsten Highlights des Kultursommerfestivals sind: Ein Konzert mit vier sehr unterschiedlichen Pianisten am 12. August ab 19.30 Uhr auf dem Walter-Benjamin-Platz in Charlottenburg. Sebastian Knauer spielt Klassisches, Axel Zwingenberger Boogie-Woogie, Martin Tingvall ist für den Jazz zuständig, Joja Wendt fürs Entertainment. Tags darauf lockt die „Lange Nacht der Astronomie“ aufs Tempelhofer Feld. Die Stiftung Planetarium Berlin bringt Teleskope mit, durch die sich das nächtliche Firmament betrachten lässt – und mit ein bisschen Glück auch eine Sternschnuppe.

Am 14. August präsentiert sich dann die Brotfabrik am Caligariplatz in Weißensee einen vollen Tag lang in allen ihren Facetten: Es gibt Lesungen, spontane Schauspielaufführungen, einen Stummfilm mit Live-Musik, Workshops, Artistik, Tango. Am 20. August heißt es „Ostrock Deluxe“: Wer in Erinnerungen schwelgen will oder auch – als Nicht-DDR-Bürger – die legendären Songs von „Alt wie ein Baum“ bis „Der blaue Planet“ kennenlernen will, kann beim Theater Ost am S-Bahnhof Adlershof kostenlose Einlasskarten buchen. Weitere Infos zum Programm gibt es unter www.draussenstadt.berlin.

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