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Berlins oberste Strafverfolgerin: Generalstaatsanwältin Margarete Koppers. Foto: Paul Zinken/dpa
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Koppers widerspricht Geisel Berlin streitet über Strategie gegen Drogendealer im Görlitzer Park

Senator Geisel fordert einen Staatsanwalt, der nur für die Dealer im „Görli“ zuständig ist. Koppers kontert: Ihre Behörde sei nicht verlängerter Arm der Polizei.

Berlins Generalstaatsanwältin und vormalige Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers hat Forderungen von Innensenator Andreas Geisel (SPD) nach einem allein für den Görlitzer Park und die Drogendealer dort zuständigen Staatsanwalt zurückgewiesen. „Wir waren irritiert“, sagte Koppers am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Geisel hatte sich am Freitag bei einem Besuch im Görli aus Anlass eines Polizeieinsatzes geäußert. Zeitgleich lief ein Gespräch von Staatsanwaltschaft und Vertretern der örtlich zuständigen Polizeidirektion. Die Staatsanwaltschaft sei nicht verlängerter Arm der Polizei oder gar Vollstrecker polizeilicher Vorstellungen, sagte Koppers. Geisels Forderung sei unverständlich.

Dennoch will die Staatsanwaltschaft ihren Kampf gegen die Drogenkriminalität verstärken und dabei Brennpunkttäter verschärft in den Blick nehmen. Nicht nur im Görlitzer Park, sondern berlinweit solle der Druck mit einer täterorientierten Strategie erhöht werden, kündigten Koppers und der Leiter der Staatsanwaltschaft, Jörg Raupach, an. Es gebe neben dem Görli viele Brennpunkte in der Stadt.

Hierzu sollen künftig zwei Vertreter der Staatsanwaltschaft für die Polizei als Ansprechpartner bereitstehen. Ziel sei eine engere Zusammenarbeit für die ganze Stadt. Es gehe nicht nur um tägliche Kontrollen, sagte Raupach. Vielmehr wolle die Staatsanwaltschaft zu den Strukturen hinter den Dealern vordringen, „dort wo das Geld verdient wird“.

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Daneben soll wieder ein Staatsanwalt immer für alle Verfahren eines Vielfachtäters zuständig sein. Er soll nicht nur Drogendelikte, sondern auch Beleidigung, Raub, Waffendelikte oder Körperverletzung gebündelt verfolgen. Durch diese abschreckende Strafverfolgung sollten „Brennpunkttäter frustriert“ und vom weiteren Drogenhandel abgehalten werden. Mit der Polizei werde wie bereits 2019 eine Liste von Intensivtätern erstellt, die besonders verfolgt werden.

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