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Müssen viele Kinder ab Mittwoch vor der Kita-Tür bleiben? Foto: Arno Burgi/dpa
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Kitas ab Mittwoch betroffen Verdi ruft Berliner Awo-Beschäftigte zum Warnstreik auf

Ab Mittwoch könnten viele Kitas geschlossen bleiben: Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung der Gehälter an den öffentlichen Dienst. Muss das Land handeln?

Berliner Eltern, deren Kinder eine Kita der Arbeiterwohlfahrt (Awo) besuchen, müssen sich ab Mittwoch auf Einschränkungen in der Betreuung einstellen. Die Gewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten des Awo-Landesverbandes, der Awo pro:mensch und der Kreisverbände Mitte, Südwest, Spandau, Südost und Spree-Wuhle am Montag zu einem viertägigen Warnstreik auf. Das Wochenende soll dabei ausgenommen werden, sodass der Montag kommender Woche der letzte Streiktag ist.

Für 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fordert die Dienstleistungsgewerkschaft eine schrittweise Anhebung der Löhne und Gehälter auf das Niveau des Länder-Tarifvertrags. Derzeit erhielten Awo-Beschäftigte zum Teil mehrere hundert Euro weniger im Monat als für vergleichbare Tätigkeiten im öffentlichen Dienst, teilte Verdi mit. Neben Kitas sind auch Beratungs- und Betreuungseinrichtungen vom Streik betroffen.

"Die Benachteiligung der AWO-Beschäftigten ist durch nichts zu rechtfertigen", erklärte die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Susanne Feldkötter. "Sie leisten einen ebenso wichtigen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge wie ihre Kolleginnen und Kollegen beim Land." Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie habe die Arbeitsbelastung in vielen Einrichtungen deutlich zugenommen. Eine Angleichung der Bezahlung sei auch notwendig, um Fachkräfte gewinnen zu können.

"Auf den zweitägigen Warnstreiks im August 2021 haben die Arbeitgeber nicht reagiert, deshalb rufen wir jetzt zu einem doppelt so langen Warnstreik auf", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger. Bei der nächsten Verhandlungsrunde am Dienstag kommender Woche, einen Tag nach Streikende, müsse ein konkretes Angebot vorgelegt werden.

Awo: Abhängig von der Refinanzierung durch EU, Bund und Land

Die Awo sieht die Wirtschaftlichkeit ihrer Arbeit gefährdet, wenn die Gehälter angeglichen werden, ohne dass die öffentliche Hand ihre Zuwendungen erhöht. "Wir haben großes Verständnis für die Forderung nach einer leistungsgerechteren Entlohnung", teilte Oliver Bürgel mit, der als Awo-Landesgeschäftsführer zugleich Mitglied der Tarifkommission ist.

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"Ganz so einfach, wie von Verdi dargestellt ist es jedoch nicht." Die Awo sei "direkt abhängig von der Refinanzierung seitens des Berliner Senats, vom Bund, aber auch von der EU". Die aktuelle Lage sei für die Awo "zutiefst unbefriedigend".

Die Gewerkschaft teilte dazu mit, sie sehe den Berliner Senat in der Pflicht, die Finanzierung von Gehältern und Arbeitsbedingungen auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes "in allen Einrichtungen der Daseinsvorsorge sicherzustellen". (Tsp)

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