Mit der Unterstützungsprämie des Landes Berlin sollen die mittelständischen Unternehmen digital gestärkt werden. Foto: imago images/photothek
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IT-Prämie für den Mittelstand Berlin fördert Digitalisierung der Betriebe mit 80 Millionen Euro

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abzumildern, bekommen Unternehmen bis zu 17.000 Euro für die digitale Transformation.

Mit einer Digitalprämie will das Land Berlin mittelständische Unternehmen künftig unterstützen und so die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abmildern.

Wie der Tagesspiegel von der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Betriebe erfuhr, können künftig mittelständische Unternehmen bis zu 17 000 Euro an Zuschüssen bekommen, um die „digitale Transformation vorzunehmen“, sagte ein Sprecher. Dabei werden Soloselbstständige sowie Klein- und Kleinstunternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten berücksichtigt. Insgesamt beträgt das „Wirtschaftsförderprogramm Digitalprämie Berlin“ 80 Millionen Euro.

Die Investitionsbank Berlin (IBB) als Förderbank soll das Unterstützungsprogramm wie bei den anderen Soforthilfen für Menschen und Firmen mit coronabedingten Ausfällen übernehmen.

Wann die Anträge online gestellt werden können, sei noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher. Es müsse zunächst noch ein elektronisches Antragsverfahren erarbeitet werden.

Flankiert und unterstützt werde der Prozess von der Digitalagentur Berlin.

Direktzuschüsse für konkrete Digitalisierungsvorhaben

Durch unbürokratische Direktzuschüsse für konkrete Digitalisierungsvorhaben sollen die Unternehmen „Impulse für die wichtige digitale Transformation der Berliner Wirtschaft setzen“, hieß es aus der Wirtschaftsverwaltung.

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Konkret bedeutet das: Solo-Selbstständige und Unternehmen werden mit dem Geld unterstützt, um etwa an Schulungen und Weiterbildungsworkshops zur digitalen Kompetenz teilzunehmen. Aber auch die IT-Infrastruktur und IT-Sicherheit sollen mit dem Geld gefördert werden. So können Unternehmen das Geld beispielsweise für Programme zur digitalen Lohn- und Arbeitszeiterfassung nutzen oder für die Anschaffung elektronischer Kassensysteme oder auch 3D-Drucktechnik.

Was verhindert werden soll, seien „Mitnahmeeffekte“ – ein zusätzliches neues Smartphone, Tablet oder ein Standard-Softwareprogramm würden also nicht von der Digitalprämie finanziert, betonte der Sprecher.

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen).  Foto: Paul Zinken/dpa Vergrößern
Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen).  © Paul Zinken/dpa

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte: „Wir nutzen die Coronakrise als Turbo für die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung. Die Berliner Unternehmen sollen aus dieser Krise besser gerüstet herausgehen. Wir unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei dieser Herausforderung und stärken somit die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes in einer zunehmend digitalisierten Welt.“

Die Prämie helfe, neue Wege zu gehen

Berlin ergänze damit das Bundesprogramm „digital jetzt“ mit besonderem Fokus auf kleine und Kleinstunternehmen. „Digitalisierung war vor der Corona-Pandemie das am häufigsten genannte Thema, wenn es um die Zukunft der Berliner Unternehmen ging“, kommentierte der IBB-Vorstandsvorsitzende Jürgen Allerkamp.

„Unsere Innovation hängt entscheidend davon ab. Deshalb wollen wir mit diesem Förderprogramm alle diejenigen unterstützen, die in diesen schwierigen Zeiten ihre Geschäftsprozesse digitalisieren wollen. Neben der ’Zwangsdigitalisierung’ durch Corona hilft die Prämie, neue Wege zu gehen.“

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