Gendersternchen: bei der Polizei nicht erlaubt. Foto: imago/Steinach
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Interne Mail aus dem „Diversity-Büro“ Gendersternchen sind bei der Berliner Polizei verboten

Sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist auch bei der Berliner Polizei ein Thema. Aber nicht alle Schreibweisen sollen verwendet werden.

Das „Diversity-Büro“ der Berliner Polizei informiert über den Gebrauch geschlechtergerechter Sprache. In einer „Mitarbeiterinformation“ heißt es: „In unserem dienstlichen Sprachgebrauch sind wir aufgrund rechtlicher Regelungen angehalten, eine gendergerechte Sprache anzuwenden, um der Gleichbehandlung von Frauen und Männern innerhalb der Polizei Berlin Ausdruck zu verleihen.“ Die „Gemeinsame Geschäftsordnung der Berliner Verwaltung“ (GGO) schreibt vor, die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu beachten.

Die Mitarbeiterinformation der Polizei möchte eine möglichst einheitliche Schreibweise innerhalb der Behörde etablieren, „ohne konkrete Schreibweisen vorzugeben“. Gendersternchen, Gendergap, Binnen-I, Schrägstrich mit Ergänzungsstrich und Schrägstrich ohne Ergänzungsstrich sollen jedoch nicht verwendet werden. Diese würden den Lesefluss hemmen.

Besonders das Gendersternchen (*) soll nicht nur die weibliche und männliche Form beachten, sondern Diverse miteinbeziehen, Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität.

Erlaubt sind geschlechtsneutrale Personenbeschreibungen wie „die Dienstkraft“ oder „die Anwesenden“ oder Paarformulierungen wie „Kolleginnen und Kollegen“. Kollektivbezeichnungen, die in der Regel aus zwei zusammenhängenden Wörtern bestehen, sollen nicht geschlechtsneutral formuliert sein. Also: „Mitarbeiterinformation“ und nicht beispielsweise „Information für Mitarbeitende“.

Zum Schluss schreibt das Diversity-Büro: „Seien Sie kreativ und probieren Sie es aus, denn gendergerechtes Schreiben kann auch elegant sein und Spaß machen.“

Einige Twitter-Nutzer finden den Vorstoß der Polizei in Sachen Geschlechtergerechtigkeit verspätet und nicht wirklich glaubhaft: Der Berliner Autor Rick Palm, selbst trans Person, findet, in dem Schreiben der Polizei schwinge mit, dass man eigentlich keine Lust aufs Gendern habe, aber dies aufgrund rechtlicher Vorgaben angehen wolle. Besonders, wenn es von einer dezidierten Diversity-Abteilung käme, enttäusche es ihn. "Dieses Argument der Lesbarkeit. Ich kotze. Im Strahl."

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