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Protestzug der Streikenden aus Charité and Vivantes-Kliniken am Donnerstag. REUTERS/Annegret Hilse
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In Berlins Kliniken startet die Woche mit Streik Pflegekräfte wollen neues Angebot von Charité und Vivantes

Verdi fordert Verhandlungen an Charité und Vivantes-Krankenhäusern. Notfallärzte warnen bei „allem Verständnis“ für den Streik vor überlasteten Rettungsstellen.

Die Pflegekräfte in Berlins landeseigenen Vivantes-Kliniken sowie der Charité werden mindestens bis einschließlich Mittwoch voll streiken. Dann sei man bereit, zu prüfen, weniger Pflegekräfte zum Ausstand aufzurufen. Das sagte Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger am Sonntag dem Tagesspiegel. Voraussetzung dafür sei jedoch ein „substanzielles Angebot“ der Arbeitgeber.

Ein allgemeines Aussetzen des Streiks werde es nicht geben – man erwarte, dass die Klinikvorstände auch während des Arbeitskampfes verhandeln. Die Personalchefs der Vivantes-Krankenhäuser und der Universitätsklinik hatten die Verhandlungen zum Streikbeginn am Donnerstag abgebrochen.

Inzwischen gibt es die Sorge, dass durch den Ausstand auch Notfälle nicht angemessen versorgt werden könnten. Die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin, in der zahlreiche Ärzte aus den Rettungsstellen organisiert sind, schrieb am Freitag: Man plädiere „trotz allem Verständnis für die Ziele der Streikenden für die vollumfängliche Sicherstellung der Notfallversorgung“ – und die sei zumindest gefährdet.

Die Verdi-Verhandler widersprechen dem, auch während des Streiks würden Notfälle wie üblich versorgt.

Vivantes will Schlichtung - Verdi auf Arbeitsniederlegungen nicht verzichten

Vivantes und Charité haben Tausende planbare Eingriffe verschieben müssen. Die Gewerkschaft fordert einen einklagbaren Schlüssel für mehr Pflegekräfte, der zehn bis 15 Prozent mehr Personal an den Krankenbetten erforderlich machen würde: Charité und Vivantes bräuchten so mindestens 1000 examinierte Pflegekräfte mehr.

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Neben den Pflegekräften verhandelt Verdi für Transport-, Küchen- und Reinigungspersonal in den Vivantes-Tochterfirmen. Dort fordert die Gewerkschaft für alle Mitarbeiter den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVÖD). Verdi hat am Wochenende begrüßt, dass ein Angebot des Vivantes-Vorstands erstmals ein Bekenntnis enthalte, den TVÖD bis 2028 in den Tochterfirmen einzuführen. Noch erhalten Beschäftigte monatlich Hunderte Euro weniger als der TVÖD vorsieht.

Der Vivantes-Vorstand hatte am Wochenende wiederholt vorgeschlagen, einen Schlichter einzuberufen. Üblicherweise wird während einer Schlichtung aber nicht gestreikt; Verdi will jedoch nicht auf die Möglichkeit von Arbeitsniederlegungen verzichten. Der Pflegestreik und die Landeskrankenhäuser wird auch im Wahlkampf diskutiert.

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