Knast-Cuisine. Gefängnisse sind keine Genusstempel. Foto: twitter.com@Gefngniscuisin
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Illegale Tweets aus der Knastkantine So sieht das Essen im Gefängnis aus

Ein Twitteraccount zeigt minimalistische Kompositionen aus der "Gefängniscuisine" – awardverdächtig, findet unsere Autorin.

Ein Brötchen, ein Paar Würstchen, ein bisschen Nudelsalat, dazu die Beschreibung: „Bei jeder guten Diät heißt es, abends nicht so viel essen.“

Schöpfer der minimalistischen Komposition ist Gefängniscuisine, genauer @Gfngniscuisin1, ein Twitter-Account, der seit Anfang August Mahlzeiten der 647 Insassen der JVA Heidering dokumentiert und auf Twitter teilt, wie auch die "Stuttgarter Zeitung" schon berichtet hatte.

Aus der Vogelperspektive auf blauem Grund liegen die Lebensmittel da grafisch ansprechend, inhaltlich jedoch eher weniger: Denn satt werde man von dem Essen kaum, schreibt der gefangene Foodblogger, wer sich nicht zusätzlich Essen kaufen könne, sei auf die für alle gleich große Portion angewiesen.

#minimalist schreibt Gefängniscuisine dazu – oder eben #foodporn. Reduktion, die gefällt: Nach knapp 20 Tagen folgen dem Foodie aus dem Knast schon 480 Menschen.

Mobiltelefone sind im Gefängnis zwar eigentlich nicht erlaubt, doch für die Resozialisierung des Gefangenen kann sein Aufschlag unter den Essens-Influencern eigentlich nur positiv sein.

Dann ist es aber auch Zeit für den ersten Food Blog Award der Kategorie prisonale Küche. Gefängniscuisine wäre prädestiniert dafür.

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