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Ab 14. April fährt keine U-Bahn mehr ab Warschauer Straße. Foto: Jörn Hasselmann
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IHK für schnellen Ausbau des U-Bahn-Netzes Mit der U7 zum BER

Die Industrie- und Handelskammer hat den Senat aufgefordert, den Ausbau der U-Bahn zu beschleunigen.

Die IHK reagierte am Donnerstag mit einer Pressemitteilung auf einen Artikel im Tagesspiegel. Erstmals waren darin interne Prognosen der BVG zu Fahrgastzahlen und Baukosten der diskutierten Erweiterungen des Berliner U-Bahn-Netzes veröffentlicht worden. "Endlich liegen belastbare Zahlen und Daten zum Ausbau des U-Bahn-Netzes vor", sagte IHK-Geschäftsführer Jörg Nolte.

"Aus Sicht der Wirtschaft müssen jetzt die nächsten Planungsschritte unverzüglich folgen, denn Berlin braucht dringend einen Ausbau der U-Bahn. Nach Einschätzung der Berliner IHK sollten die Linien zuerst angegangen werden, die den Autoverkehr verringern. Nolte nannte dabei die Verlängerung der U7 von Rudow zum BER. Diese würde etwa 700 Millionen Euro kosten, aber 38.000 Fahrgäste täglich gewinnen.

[Jetzt mal konkret: Wann startet denn nun die erste Maschine? Und ab wann wird am BER gelandet? Der BER-Chef im Interview mit dem "Tagesspiegel Checkpoint" im März 2020 - hier das Interview]

Aus Sicht der BVG vordringlich sind die Verlängerungen der U6 auf das Tegeler Flugfeld (8000 Fahrgäste / 150 Millionen Euro), der U7 zum BER (38 000/700 Millionen), der U9 zum S-Bahnhof Pankow (40.000/ 300 Millionen).

Wie berichtet, schneidet eine U-Bahn ins Märkische Viertel weniger gut ab. Baukosten von 110 bis 215 Millionen je nach Aufwand stehen nur 12.000 Fahrgäste entgegen.

Am günstigsten ist laut BVG mit 110 Millionen die Verlängerung der U8 bis Märkisches Zentrum in einer Sparversion, also unter anderem ohne eine Zwischenstation. Mit dem zusätzlichen Bahnhof Eichhorster Weg und einer neuen Kehranlage wären es schon 215 Millionen. Seit Jahrzehnten war den Bewohnern der Großsiedlung ein Schnellbahn-Anschluss versprochen worden.

[Wie steht es denn nun um die U7 am anderen Ende - raus nach Staaken? Hier die erste Kostenschätzung, die möglichen vier U-Bahnhöfe - das lesen Sie im Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel. Mehr aus Ihrem Bezirk? Unsere Bezirksnewsletter gibt es in voller Länge und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de]

Die Fachgemeinschaft Bau lehnte am Donnerstag den "punktuellen Ausbau einer U-Bahnlinie" ab. Die FG Bau reagierte damit auf eine Forderung der Berliner CDU, die U-Bahn-Linie 6 vom Mariendorf nach Lichtenrade zu verlängern. Aus Sicht von Verkehrsexperten ist dies kein sinnvoller Vorschlag. Die Fachgemeinschaft vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft und plädiert deshalb vor allem für eine Sanierung der bestehenden Anlagen. Für den Bau neuer Strecken werden bekanntlich meist Großkonzerne beauftragt.

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