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Das Internationale Congress Center ICC im Berliner Ortsteil Westend am westlichen Berliner S-Bahn-Ring ist denkmalgeschützt, kann wegen einer Belastung mit Asbest nicht genutzt werden. Foto: imago/Schöning
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Ideen für das Internationale Congress Centrum Berlin Wird das ICC Bibliothek und Sitz einer Bundesbehörde?

Berlins Senat hätte gern noch vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus einen verbindlichen Plan für das sanierungsbedürftige Kongresszentrum im Westen der Stadt.

Für das ehemalige Internationale Congress Centrum (ICC) am Charlottenburger Messegelände wünscht sich die Staatssekretärin der Senatswirtschaftsverwaltung, Barbro Dreher, eine baldige Entscheidung darüber, „was Berlin will“. Klar sei, dass es wieder Kongresse geben soll, sagte sie bei einer Diskussionsrunde mit Architekten und Städtebauexperten. Außerdem kämen beispielsweise kulturelle Nutzungen und andere öffentliche Veranstaltungen infrage, aber „kein Shoppingcenter und kein Spielkasino“.

Die Architektin Christine Edmaier forderte, das ICC müsse „öffentlich bleiben“, selbst wenn es der Landesregierung gelinge, private Investoren an den Kosten der geplanten Sanierung zu beteiligen. In einen Teil des Gebäudes könne eine Bundesbehörde ziehen, regte Edmaier an. Sie war früher die Vorsitzende der Berliner Architektenkammer und des Landesverbands des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Außerdem eigne sich das ICC unter anderem als Raum für Schulen, als Bibliothek oder als „Ausstellungshalle“. Zu der Videokonferenz über eine Neubelebung des Kongresszentrums hatten in dieser Woche die Alfred Herrhausen Gesellschaft der Deutschen Bank und die Architekturhochschule „Urban Phoenix“ der britischen „Architectural Association“ eingeladen.

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Ein „faszinierendes Potenzial“ für eine „multifunktionale Nutzung“ sah Steffen Braun, der den Forschungsbereich Stadtsystemgestaltung am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation leitet. Die Corona-Pandemie verändere das Kongressgeschäft, sagte die Stadtplanerin Léan Doody von der internationalen Ingenieurgesellschaft Arup. Durch den „explodierenden“ Bedarf an Videokonferenzen sinke das Interesse an einem „typischen Auditorium“. Für das ICC müsse es „flexible und kreative“ Lösungen geben. Räume könnten kurzzeitig als „Pop Up-Plätze“ für Büros, Lebensmittelhandel und anderes dienen.

Nach der Coronakrise seien Kongresse als „hybride“ Präsenz- und Onlineveranstaltungen denkbar, sagte Barbro Dreher. Einig waren sich alle darin, dass der seit rund zwei Jahren geltende Denkmalschutz einige Grenzen setzt. Für Christine Edmaier lautet die Frage: „Was kann hinein, ohne allzu viel zu verändern?“

Ihrer Ansicht, dass „wir Zeit haben“, um über die Zukunft des ICC zu entscheiden, widersprach die Wirtschafts-Staatssekretärin. Bis zum Herbst sollte Klarheit herrschen, forderte Dreher. Dann könne eine neue Landesregierung in Koalitionsverhandlungen die Weichen für die Entwicklung stellen.

Das ICC war 1979 eröffnet und 2014 als Kongresszentrum geschlossen worden. Später diente es als Unterkunft für Geflüchtete, seit 2017 steht das Haus leer.

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