Ob Second-Hand, geliehen oder gekauft - ein Hochzeitskleid kann teuer werden. Foto: imago/Westend61
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Hochzeitstrends So geben sich die Berliner das Ja-Wort

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In Berlin wird wieder geheiratet, trotz Singlehauptstadt und Terminwahnsinn. Nur: Wer soll das bezahlen? Und: Welche Kleider, Locations, Extras sind im Trend?

Friederike Butzengeiger und Andreas Jüttemann haben sich gefunden. Sie gehören zu den Berliner Paaren, die sich in diesem Sommer trauen lassen. Oder vielmehr trauen lassen können, das muss man in Berlin schon dazu sagen. Denn so einfach ist das alles nicht – und das liegt nicht nur an den Terminproblemen der Standesämter.

Eigentlich träumten die Logopädin und der Psychologe, beide Anfang 30, von einer klassischen Berliner Hochzeit: in einem kleinen Schlösschen in Brandenburg. Im November 2017 begannen sie mit der Suche nach ihrer Hochzeitslocation im Grünen. Etwa vier Monate und 30 Besichtigungen später gaben sie auf: zu teuer. „Es ist, als hätten sich alle Anbieter abgesprochen“, sagt das Paar.

Es ist Mai, die Sonne scheint, die Hochzeitssaison hat begonnen. Immer mehr Berliner wagen den Schritt zur erhofften lebenslangen Bindung: Von 2008 bis 2017 wurden in der Hauptstadt 125.684 Ehen und 7612 Lebenspartnerschaften geschlossen. Der vorläufige Rekord wurde 2016 mit 13.183 Hochzeiten erreicht, 2017 waren es aber nur knapp 100 weniger.

Insgesamt geht die Hochzeitskurve im Zehnjahrestrend nach oben: 2008 waren es noch 11.708 Eheschließungen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Scheidungen ab. Während 2008 noch mehr als 10.000 Ehen geschieden wurden, gab es 2017 in Berlin nur noch 6120 Scheidungen. Und das in der Hauptstadt der Singles: Nirgends in Deutschland leben so viele Menschen ohne Partner. 36 Prozent sind es einer Studie von zwei großen Datingplattformen zufolge.

Heiraten ist teuer

Friederike Butzengeiger und Andreas Jüttemann konnten kaum glauben, was das alles kosten soll: 7000 bis 8000 Euro sollten sie überall zahlen, nur für Essen und Trinken für 50 bis 60 Gäste. Zu viel für sie, schließlich kommen noch weitere Posten dazu: für Musik, Licht, Personal, Kleid und Anzug, Deko und vieles mehr.

Kurios muteten so manche Extrakosten an: 2,50 Euro „Gabel und Tellergeld“ pro Person wollte eine Location berechnen, wenn sie den Hochzeitskuchen selbst mitbringen. 100 Euro dafür, dass ein DJ den Stecker seiner Musikanlage in die Steckdose steckt. In Berlin wurden sie in Hotels dann von Mindestumsätzen von bis zu 20.000 Euro überrascht. Ab 24 Uhr wird’s nochmal teurer, mancherorts darf nur bis 22 Uhr gefeiert werden.

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