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Das „Palais am Brandenburger Tor“ soll 2021 fertig sein. Foto: Fuchshuber Architekten
© Fuchshuber Architekten

Grundstein für „Palais am Brandenburger Tor“ gelegt Bauprojekt gegenüber von Holocaust-Mahnmal gestartet

In Mitte hat der Bau eines Neubaus gegenüber des Holocaust-Mahnmals begonnen. Bis dahin war es ein langer Weg.

In einer tiefen Baugrube, wo einst meterdicke Reste von Bunkern lagen, wurde am Freitag der Grundstein für das „Palais am Brandenburger Tor“ gelegt. Der Neubau entsteht nach einem Entwurf der Leipziger Fuchshuber Architekten direkt gegenüber dem Holocaust-Mahnmal an der Cora-Berliner-Straße, die später eine autofreie Zone werden soll.

Der knapp 30 Meter hohe Bau wird direkt vor die letzten, 1990 errichteten Edel-Plattenwohnungen gestellt. Damit sehen sich die jetzigen Mieter einer Mauer ausgesetzt, die wenige Meter vor ihren Fenstern verläuft und eine dunkle Hinterhofsituation schafft. Lediglich Uwe Neumärker, Chef der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, fand diese Schattenseite in seiner Rede erwähnenswert, ansonsten begrüßte er als unmittelbarer Nachbar den Bau als würdigen Rahmen für das Mahnmal, das nach dem Projektentwurf nun auch „von oben“ betrachtet werden kann und damit seine Wirkung erheblich verstärkt.

Möglich macht das ein „Balkon“ im zweiten Obergeschoss, von dem aus der Blick über das Mahnmal hinweg bis weit in den Westen der Stadt hinein reicht. Im unteren Teil des Neubaus mit 134 Wohnungen sollen Läden und Restaurants entstehen. In einer vom Verkehr unbedrängten Begegnungszone könnten Touristen flanieren, die das Mahnmal und den Ort der Information über die Nazi-Verbrechen an den europäischen Juden besuchen.

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Foto: picture alliance / Monika Skolim Vergrößern
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. © picture alliance / Monika Skolim

Vor vielen Jahren stand das Projekt „Wohnen in den Ministergärten“ schon einmal im Plan des Senats, der stattdessen die Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) verscherbelte, was die jeweiligen neuen Besitzer ebenfalls meistbietend taten: So gab es immer neue Besitzer und Projekte. Bau-Staatssekretär Frank Nägele pries diesen Ort als einen ganz besonderen, da sich „hier viele Geschichtsschichten begegnen“.

Der Bauherr, Christian Ruhdorfer aus München, war stolz über den raschen Fortgang beim „einzigartigen Bauvorhaben in der politischen Mitte Berlins“. Tatsächlich herrscht auf der Baustelle ein atemberaubendes Tempo, die Firma Porr folgt einer exakten Logistik und hat offenbar stets im Blick, dass das Haus, das mit seiner Höhe von über 29 Metern die dahinter stehenden Wohnhäuser überragt, im Frühjahr 2021 fertig werden soll. Offenbar wird noch immer am Äußeren gefeilt, zur Grundsteinlegung hing lediglich der 2016 beim Senat eingereichte Entwurf an der Wand. Das Palais: bislang eine Platte aus dem Computer.

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