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Völlig von der Wolle: Auch in Berlin gibt es Schafe. An der Siegessäule nur sporadisch, im Grunewald permanent. Foto: dpa/Carsten Koall
© dpa/Carsten Koall

Großfeuer im Berliner Grunewald Wie es der Schafherde neben dem brennenden Sprengplatz geht

Von der Feuerwehr in der Gefahrenzone gelassen und von der Polizei per Wasserwerfer versorgt: Tierisch heiße News aus dem Sperrkreis. Eine Glosse.

Falls Schafe sich überhaupt über irgendetwas wundern, dann wundert sich die Herde im Grunewald vermutlich über gar nichts mehr. Jene Tiere, die die Feuerwehr in einer Mitteilung zum Großbrand lapidar erwähnt hatte: „In unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle befand sich eine Schafherde, welche vor Ort verblieb, weil die Gefährdung für die Einsatzkräfte bei einer Evakuierung zu groß gewesen wäre.“

Das klang gar nicht gut, jedenfalls nicht im Sinne der Tiere, die im Unterschied zu Schwarzkittel & Co. nicht einfach wegrennen konnten vor Feuer und Böllerei.

Aber die Sache ist nicht nur gut ausgegangen, sondern noch besser: „Den Schafen geht es gut“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonnabend.

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Die wohl ein paar Dutzend Tiere große Herde weide auf ihrem umzäunten Gelände im Sperrkreis, hieß es weiter. „Futter finden sie ja selber, ansonsten versorgt sie die Polizei mit dem Wasserwerfer.“

Und nein, sie werden nicht beregnet wie dereinst die Quer- und Leerdenker am Brandenburger Tor; auch Löscharbeiten seien nicht nötig gewesen (man weiß ja: Wollwäsche ist eine Wissenschaft für sich). Vielmehr habe der Wasserwerfer die Getränkeversorgung übernommen. Was die Hauptstadtpolizei halt macht als Tierfreund und Helfer.
So wird im Grunewald, durch Rauch und Flatterband vor der Öffentlichkeit verborgen, ein Traum kleiner und großer Jungen (m/w/d) wahr. Nach unbestätigten, aber bauchgefühlt verlässlichen Informationen würden viele sonst was dafür geben, wenn auf ihrer Gartenparty mal der Wasserwerfer vorbeikäme und einen Schuss ins Planschbecken täte, er kommt übrigens 65 Meter weit. Aber die Polizei ist ja gewöhnlich nicht zum Spaß da und schickt einen Wasserwerfer sonst nur, wenn sich wer ernsthaft in die Wolle kriegt.
Aber davon ahnen die Schafe im Grunewald nichts. Sie stehen da, und immer mal sagt eins „Mäh!“, und dann mähen sie die Halme, die im menschgemachten Regen nun umso besser sprießen sollten.

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