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Ausgefeiert? Szenen wie diese gehörten bislang zum Christopher Street Day. Foto: dpa
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Große Koalition wirft Berliner CSD Alleingang vor Bitte nicht „Stonewall Parade“

Die geplante Umbenennung des „Christopher Street Day“, der alljährlichen Berliner Protestparade gegen die Diskriminierung von Homosexuellen, stößt auf parteiübergreifenden Widerstand.

Der Trägerverein der Veranstaltung, der Berliner CSD e.V., hatte kürzlich wie berichtet beschlossen, den Umzug politischer auszurichten und ihn in „Stonewall Parade“ umzubenennen. Das bezieht sich auf eine Bar in der New Yorker Christopher Street, in der sich 1969 homosexuelle und Transgender-Besucher gegen Polizeischikanen zur Wehr setzten.

Die Umbenennung des Berliner Umzugs und vor allem die Umstände der Neuausrichtung haben in der Szene großen Ärger ausgelöst, da viele Aktivisten dem Verein vorwerfen, eigenmächtig eine „Gemeingutveranstaltung“ umzudefinieren.

In einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch verbreitet wurde, fordern die Lesben- und Schwulen-Arbeitsgemeinschaften von SPD, CDU, Grünen, Linken und FDP den Vorstand des Berliner CSD e. V. auf, „eine öffentliche Diskussion einzuleiten und die endgültige Entscheidung über die Zukunft des CSD in einem demokratischen Prozess und unter Einbeziehung aller CSD-Vereinsmitglieder, anderer beteiligter Vereine und Organisationen sowie Parteien“ zu treffen.

Die Weiterentwicklung des Christopher Street Day müsse „von der gesamten Community getragen werden“.

Der CSD e.V. hatte bereits zu Wochenbeginn die ersten kritischen Äußerungen aus der Politik zurückgewiesen. Vorstandsmitglieder des Vereins verbaten sich die Einmischung der Politik. „Der Berliner CSD e.V. setzt seine Arbeit davon unbeirrt fort“, teilte CSD-Geschäftsführer Robert Kastl mit.

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