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Passagierflugzeuge der Fluggesellschaft Easyjet am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER). Foto: dpa/Patrick Pleul
© dpa/Patrick Pleul

Gewerkschaft empört Easyjet baut in Berlin 275 Stellen ab

Die Airline zieht sieben Flugzeuge vom BER ab. Begründung: eine schwächere Erholung des deutschen Luftverkehrs als erwartet, und gestiegene Flughafengebühren.

Hiobsbotschaft für die Berliner Easy-Jet-Belegschaft und den Hauptstadtflughafen: Die britische Airline hat am Dienstag einen massiven Abbau von 275 Stellen bei Piloten und Kabinenpersonal am Standort Berlin angekündigt. Das Unternehmen teilte mit, dass die Zahl der in Schönefeld stationierten Flugzeuge ab Winter 2022 von 18 auf elf reduziert werden soll.

Die Airline, die nach der Pleite von Air Berlin zwischenzeitlich Marktführer in der Hauptstadtregion war, hatte bereits 2020 am Standort Berlin die Flugzeugflotte von 34 auf 18 Flugzeuge reduziert und über 700 Stellen abgebaut. „Die Planungen für den Standort in Berlin/Brandenburg sollen dazu beitragen, einen langfristig profitablen Betrieb in Deutschland zu gewährleisten (T+)“, hieß es als Begründung für den weiteren Abbau.

Verwiesen wird auf eine schwächere Erholung des Luftverkehrs in Deutschland als erwartet, aber auch auf steigende Flughafengebühren. Man werde Gespräche mit der Personalvertretung aufnehmen.

Die Gewerkschaft Verdi reagierte entsetzt und empört auf die Ankündigung. „Gerade jetzt, wo der Luftverkehr anzieht, ist das überhaupt nicht nachvollziehbar. So verprellt man Kunden“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Holger Rößler dem Tagesspiegel. „Die Flieger, auch von Easyjet, sind ja voll.“

Offenbar gehe es ausschließlich darum, Maschinen an andere Orte zu verlagern, womöglich nach Spanien oder Portugal, um ein paar Euro mehr Profit zu machen. „Die Pläne sind ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft“, sagte Rößler. Mit der erneuten Abbauwelle gebe Easyjet „seine strategische Position in Berlin auf“, sagte Rößler. „In die Lücken, die gerissen werden, gehen andere rein.“ Die Gewerkschaft, die in Kontakt mit dem Betriebsrat sei, werde das nicht kampflos hinnehmen.

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