2025 soll die Radschnellroute "West" nach Spandau fertig sein. Foto: Jörn Hasselmann
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Geplante Schnellverbindung Schnell mal mit dem Rad von Tiergarten nach Spandau

Am Dienstagabend stellen Senat und Bezirksämter die ersten Pläne für den Radschnellweg „West“ der Öffentlichkeit vor. Baubeginn ist nicht vor 2023.

Im Westen was Neues. Die Verkehrsverwaltung will am Dienstagabend die ersten Pläne und eine „Vorzugsroute“ für die Radschnellverbindung „West“ der Öffentlichkeit vorstellen. Untersucht haben die Planer in einem breiten Korridor beidseitig des Straßenzuges Heerstraße / Kaiserdamm / Bismarckstraße alle für Radfahrer denkbaren Straßen.

So zum Beispiel den Weinmeisterhornweg im Westen oder den Straßenzug Zille- und Knobelsdorffstraße im Osten der geplanten Radschnellverbindung.

Die knapp 16 Kilometer lange Route läuft von der Stadtgrenze bis zum S-Bahnhof Tiergarten. Dort schließt sich die RSV 9 an bis zur östlichen Stadtgrenze. Die Verkehrsverwaltung wollte sich nicht zu der Vorzugsroute äußern.

Nach Informationen des Tagesspiegels wird sie über die Hauptstraßen führen. Dort sei Platz genug für eine breite Radspur, hieß es – nämlich auf einer der Autospuren.

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag um 18 Uhr im Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100. Mit dabei sind Ingmar Streese, Staatssekretär für Verkehr und die beiden Stadträte Oliver Schruoffeneger (Charlottenburg-Wilmersdorf) und Frank Bewig (Spandau).

Mobilitätsgesetz sieht Bau von zehn Radschnellwegen vor

Wie berichtet, sieht des Mobilitätsgesetz den Bau von zehn Radschnellwegen vor, dazu kam als Nummer 11 eine Trasse entlang der Tangentialen (Auto)-Verbindung Ost (TVO). Diese elf Routen sollen auf eigenständigen Wegen, in Fahrradstraßen oder vom motorisierten Verkehr getrennt in Straßen verlaufen, beleuchtet und mit mindestens drei Meter Breite (vier Meter für Zwei-Richtungs-Wege).

An Kreuzungen mit Ampeln sollen Radfahrer Vorrang haben, an Kreuzungen ohne Ampeln Vorfahrt. Als Verzögerung werden maximal 30 Sekunden pro Kilometer Fahrt angestrebt. Die Schnellwege sollen auch E-Bikern eine zügige Fahrt ermöglichen, genannt wird Tempo 30.

Die geplanten Radschnellverbindungen (rotes Plus anklicken zum Vergrößern). Foto: Tsp/Bartel Vergrößern
Die geplanten Radschnellverbindungen (rotes Plus anklicken zum Vergrößern). © Tsp/Bartel

Die 2017 gegründete landeseigene „Infravelo“ soll im Auftrag der Verkehrsverwaltung Berlin fahrradfreundlicher machen. Dazu hat Infravelo die Planung der zehn Radschnellwege ausgeschrieben. Mit sechs Strecken hatte das in Kopenhagen ansässige und weltweit tätige Unternehmen Ramboll den größten Teil des Auftrages erhalten. Zwei andere Büros teilen sich die vier restlichen Strecken.

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Im März hatte Ramboll-Chefplaner Torsten Perner im Tagesspiegel versprochen, noch im Sommer die Vorzugsrouten für die Strecken 5, 7 und 8 vorzustellen. Ramboll hat Wort gehalten.
So schnell die Fahrt einmal sein soll, Planung und Bau werden lange dauern – vielen Radfahrern viel zu lange.

Baubeginn für die West-Route ist „nicht vor 2023“, heißt es bei Infravelo. Als Bauzeit werden für die Wege zwei Jahre veranschlagt, 2024 soll die Teltowkanalstrecke als erstes fertig sein. Fahrradaktivist Heinrich Strößenreuther hält, wie berichtet, angesichts der berlin-typischen Verzögerungen 2028 für realistisch.

Andere Radfahrer sind angesichts der Erfahrung von Ramboll optimistischer, weltweit planen 2000 der 15.000 Mitarbeiter im Bereich Verkehr. In Kopenhagen habe man jeden zweiten Radweg geplant, wirbt Ramboll. Die dänische Hauptstadt ist immer das große Vorbild: Dort gibt es bereits acht Radschnellwege, die die Vororte auf 167 Kilometer Strecke mit der Innenstadt verbinden. Bis 2045 sollen weitere 37 gebaut und auf eine Gesamtstrecke von 740 Kilometern erweitert werden

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