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Auf dem Gelände des ehemaligen Zuchthauses finden Führungen mit Zeitzeugen, Ausstellungen und Konzerte statt. Foto: IMAGO / Dirk Sattler
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Generationenwechsel in Cottbus Neue Leiterin für Gedenkstätte in ehemaligem DDR-Zuchthaus

Heide Schinowsky ist zur neuen Chefin der Cottbuser Erinnerungsstätte gewählt worden. Sie sprach sich dafür aus, stärker in die Gesellschaft hineinzuwirken.

Die ehemalige Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky (Grüne) ist neue Leiterin der Gedenkstätte im ehemaligen Zuchthaus Cottbus. Sie wurde am Samstag auf der Mitgliederversammlung des 2007 von ehemaligen DDR-Häftlingen gegründeten Vereins „Menschenrechtszentrum Cottbus“ mit großer Mehrheit gewählt. Sie folgt auf Silvia Wähling, die zuvor zwölf Jahre lang an der Spitze der Gedenkstätte gestanden hatte.

Damit erlebt das Cottbuser Menschenrechtszentrum auch einen Generationswechsel: Denn die 46-jährige Schinowsky war erst 14 Jahre alt, als 1989 die Mauer fiel. „Die ehemaligen Häftlinge im Verein gehören vor allem der Generation meiner Eltern an“, sagt Schinowsky. Hinter dem Verein würden viele Jahre „wichtiger und gelungener“ Aufbauarbeit liegen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Zuchthauses finden Führungen mit Zeitzeugen, Kunstausstellungen, Diskussionsrunden und Konzerte statt. Kürzlich wurde beschlossen, dass auch eine Außenstelle der Stasi-Unterlagen-Archivs in Cottbus eingerichtet wird.

Nun müsse es aber darum gehen, dass die Gedenkstätte auch für die Zukunft gut aufgestellt sei, sagt Schinowsky. „Wenn die Gründergeneration nicht mehr unter uns ist, soll der Geist der Gedenkstätte erhalten bleiben.“ Man plane deswegen, die Trägerschaft der Gedenkstätte in eine Stiftung zu überführen. Schinowsky sprach sich zudem dafür aus, dass das Menschenrechtszentrum stärker denn je in die Gesellschaft hineinwirken solle.

Vorsitzender des Menschenrechtszentrums Cottbus bleibt der ehemalige Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski (CDU). „Heide Schinowsky ist immer für die Anliegen von verfolgten Menschen eingetreten“, sagt der Mitgründer des Vereins. Auch wenn die Zeitzeugen nicht mehr da sind, dürfe das in Cottbus geschehene Unrecht nicht der Vergessenheit anheimfallen.

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