Wir für unseren Park. Die Aktiven nach einem großen Garteneinsatz. Foto: Cally Stronk
© Cally Stronk

Gemeinsame Sache in Pankow Bürgerinitiative verschönert Kiez

Paul F. Duwe

Die Initiative Bürgerpark in Pankow sorgt mit viel Engagement dafür, dass die grüne Idylle in ihrem Kiez blüht und gedeiht.

Eine Hummel auf einer gelben Margeritenblume gleich am Eingang zum Bürgerpark in Pankow oder der Schmetterling in einem Fliederbusch - sie zaubern Christian Friedrich ein Lächeln ins Gesicht, gleichsam Lohn für ein unermüdliches Engagement. Gemeinsam mit rund 30 Mitstreitern sorgt er in Kooperation mit dem Grünflächenamt dafür, dass die zwölf Hektar große Anlage an der Wilhelm-Kuhr-Straße gleich hinter dem Rathaus ein Naturerlebnis ist und bleibt.

Die Initiative Bürgerpark Verein Pankow e. V. hat mit ihrem Engagement viel dazu beigetragen, dass der Park an der Panke nicht nur in diesen Wochen einem Schmuckstück gleicht.

Es ist noch gar nicht so lange her, da regte sich Unmut über Baupläne. Bäume sollten weichen. Bürger mischten sich ein, wollten ihren Park schützen. Aber sie wollten nicht nur meckern. Man fragte sich: Können wir auch etwas Konstruktives tun? Die Idee für eine Vereinsgründung war geboren. Und das Motto stand auch bald fest: „Machen statt Motzen“.

Im Herbst 2016 wurde der Verein gegründet. Christian Friedrich, Inhaber einer Agentur für Imagefilme, übernahm den Vorsitz. Seither haben die engagierten Nachbarn von der Kinderbuchautorin über die Stewardess bis zum Flugkapitän in enger Abstimmung mit dem Grünflächenamt viele Dinge angeschoben. „Wir ziehen alle am gleichen Strang“, berichtet Friedrich. Die Vereinsmitglieder kümmern sich um die Blumenrabatten auf dem Gelände, sorgen für neue Mülleimer, ordentliche Bänke und saubere Leuchten. Regelmäßige Putzaktionen gehören zum festen Aktionsprogramm.

Angenehm duftende Salbeipflanzen und Schweizer Minze

Die pensionierte Lehrerin Marianne Glaser hat ihr Fachwissen eingebracht und mit der Gartenbaugruppe die Terrassen buchstäblich aus dem Dornröschenschlaf gerissen. Jetzt finden sich dort angenehm duftende Salbeipflanzen, Schweizer Minze, Indianernessel, Zwerg-Ysop, Schönaster und Pfennigkraut. Im üppig wuchernden Kräutergarten sind die Sorten gut ausgeschildert. Ein Experte für Gartenbau stand ehrenamtlich zur Seite.

Max Grüber ist stellvertretender Vorsitzender und kennt sich als Stadtimker gut mit Wildblumen aus. Als Lehrer an einer Grundschule schätzt er die pädagogischen Angebote in freier Natur. „Der Park hier ist ein Super-Lernort für die Kinder“, schwärmt er. Wo gibt es schon Pflanzen- und Insektenkunde für Kinder inmitten der Großstadt?

Lernen können Jung und Alt übrigens auch in der Parkbücherei. Sie ist ein Beispiel für das aktive Netzwerk. Der Verein „Für Pankow“ kümmerte sich um den Innenausbau; die Bürgerpark-Initiative half beim Anstrich. Das Leseangebot ist stets aktuell. Das garantieren Verlagsspenden und der befreundete Buchladen „Panke-Buch“ aus der Wilhelm-Kuhr-Straße. Neben dem Haus hat die Initiative Blumenkästen aufgestellt und bepflanzt.

Eine Oase - verschönert durch menschliches Engagement

Das weiträumige Engagement beeindruckt nicht nur die direkten Nachbarn. Bezirksbürgermeister Sören Benn und Stadtrat Vollrad Kuhn haben selbst schon bei Aktionen Hand angelegt. Der Rathauschef ist voll des Lobes: „Die Initiative fügt dieser wunderschönen grünen Oase die Schönheit menschlichen Engagements hinzu - produktiv, fröhlich, energisch und wach. Miteinander statt gegeneinander, füreinander statt nur für sich.“

Gleich neben dem Park betreut der Verein noch eine kleine Grünfläche. Der erste Vorsitzende: „Wir haben Apfelbäumchen für die Bienen gepflanzt und so eine kleine Streuobstwiese geschaffen.“ In dem kleinen Garten wachsen auch Kohl, Bohnen, Porree und einige Johannisbeersträucher.

Im Frühjahr geriet der Bürgerpark wegen Vandalismus ins Gerede. Von einem Pavillon waren Figuren abgerissen und einige Parkbänke beschädigt worden. Auch wenn solche Dinge wieder geschehen können, so blickt Christian Friedrich doch mit Optimismus in die Zukunft: „Wir konzentrieren uns auf die gemeinsamen Aktionen, um unseren Park sauber, schön und erholsam zu gestalten.“ Am 15. September lädt der Verein im Rahmen der „Gemeinsamen Sache“ von 10 bis 15 Uhr zu Kräuterkunde und Yoga in den Park.

Der Park war 1856 in Privatbesitz entstanden. 1907 kaufte Bürgermeister Wilhelm Kuhr die Fläche, um zu verhindern, dass die Oase dem Bauboom zum Opfer fällt. Eine weitsichtige Tat. Zur Idylle trägt bei, dass das Grünflächenamt mit viel Fleiß den Rosengarten in Ordnung hält. Im Parkcafé daneben kann man Cappuccino oder Wein genießen. Vielleicht bekommt sie oder er dabei Lust, dieses Kleinod im Herzen von Pankow bewahren zu helfen. Die Initiative freut sich über jede Unterstützung. „Machen statt Motzen“ ist manchmal leichter, als man denkt.

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