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Kerzen erinnern vor der Gedächtniskirche an die Opfer des Breitscheidplatz-Anschlags. Foto: Carsten Koall/dpa
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Update Fünf Jahre nach Anschlag am Berliner Breitscheidplatz Ersthelfer stirbt an Folgen des Terrors – Senat plant Ehrung

Sascha Hüsges wollte nach dem Anschlag am Breitscheidplatz den Opfern helfen und erlitt selbst schwere Verletzungen. Nun ist er das 13. Todesopfer.

Fast fünf Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz gibt es ein 13. Todesopfer. Darüber berichtete der rbb am Montagabend. Es handle sich um Sascha Hüsges, der als Ersthelfer im Einsatz war.

Er soll nach Angaben seines Ehemannes bereits am 5. Oktober im Alter von 49 Jahren an einer Infektionskrankheit infolge der Langzeiterkrankung gestorben sein, die er am Abend des Attentats erlitt. Er wurde an seinem Wohnort in Troisdorf bei Bonn beigesetzt.

Nachdem der LKW zum Stillstand gekommen war, sei er Menschen zur Hilfe geeilt und dabei, so vermutet man, von einem Balken am Kopf getroffen worden. Laut rbb sei die Kopfverletzung so schwer gewesen, dass er fortan von seinem Ehemann und einem Pfleger betreut werden musste.

Astrid Passin, die im Namen mancher Opfer und Hinterbliebenen spricht, forderte in einem Brief an den Berliner Senat und die Abgeordneten, dass der Name des 49-Jährigen ebenfalls auf den Stufen der Gedenkstätte an der Gedächtniskirche in Berlin aufgeführt wird. Sie wolle eine „unbürokratische Umsetzung bis zum 5. Jahrestag am 19. Dezember“. Dem rbb zufolge wünschen sich die Hinterbliebenen, dass dies bis zum fünften Jahrestag des Anschlags am 19. Dezember umgesetzt wird.

Senat will Hüsges an Gedenkstätte ehren

Der Senat sieht Hüsges auch als 13. Todesopfer des Anschlags und will dem Wunsch der Hinterbliebenen nachkommen. „Im Senat war klar, (...) dass es sich um jemanden handelt, der als Opfer anzusehen ist“, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag bei der Pressekonferenz nach der wöchentlichen Senatssitzung.

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte mit: „Wir werden mit den Angehörigen Kontakt aufnehmen und wenn es der Wunsch der Hinterbliebenen ist, den Namen an den Stufen der Gedenkstätte an der Gedächtniskirche aufzunehmen, werden wir das selbstverständlich auch gestalten.“

Müller: "Von unfassbarer Tragik"

Müller fügte hinzu: „Wir trauern um einen Menschen, der in der Not Hilfe leisten wollte, und der dabei schwer verletzt wurde.“ Der Helfer habe am Abend des Attentats nicht gezögert und sich um die Opfer am Weihnachtsmarkt gekümmert. „Es ist und bleibt von unfassbarer Tragik, dass er in seiner Selbstlosigkeit persönlich auch zum Opfer dieses unmenschlichen Anschlags wurde.“

Der Tod Hüsges' löste Betroffenheit bei Politikern aus. Der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Kai Wegner erklärte am Dienstag, die Nachricht vom Tod des Helfers sei bedrückend. Die CDU unterstütze die Forderung, seinen Namen auf den Stufen der Gedenkstätte an der Gedächtniskirche aufzuführen. „Wir erwarten, dass der Senat dies schnell und unbürokratisch umsetzt.“

Der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux teilte mit: „Wir werden seiner würdig gedenken und den Kampf gegen Terrorismus und für mehr Schutz unserer offenen Gesellschaft fortführen.“ (Tsp)

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