Rund um die Kundgebung vor dem Kreishaus wirbt die CDU mit Plakaten Foto: Joana Nietfeld
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Fridays for Future in Brandenburg Wo wenig Aktivismus auf viel Widerstand trifft

Joana Nietfeld

Nach der Kundgebung mit Greta Thunberg in Berlin fahren die Aktivisten weiter nach Luckenwalde. Hier wurden sogar ihre Plakate im Vorfeld abgerissen.

Nach der großen Kundgebung im Invalidenpark, bei der die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg vor etwa 3500 Demonstranten mehr Engagement der Politik beim Klimaschutz forderte, ist eine Gruppe aus etwa 120 Aktivisten weiter nach Brandenburg gefahren.

„Solange der Bundestag in der Sommerpause ist, fahren wir jede Woche in eine andere Stadt in Brandenburg“, sagt Clara. Besonders im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen wollen sie hier ihre Forderungen an die Kommunalpolitik richten.

Die Regionalbahn nach Luckenwalde füllt sich mit den Aktivisten und einer ungefähr gleichgroßen Gruppe gleichaltriger, die auf dem Weg zu dem Hip-Hop-Festival Melt in Gräfenhainichen sind. Ihr Weg führt über Luckenwalde, einen Zwischenstopp bei der Demonstration haben die meisten eher nicht eingeplant.

Greta ist auch nicht mitgefahren. Schaut man sich die große Gruppe an Presse- und Sicherheitsleuten an, die sich bei der Kundgebung im Invalidenpark um sie tummelte, ist das kein Wunder. Sie hätte kaum in der Regionalbahn fahren können, ohne von Blicken und Kameras belagert zu werden.

Fünf Demonstranten warten in Luckenwalde

In Luckenwalde warten gerade mal fünf Demonstranten auf die Aktivisten aus Berlin. Die Ortsgruppe in der 20.500-Einwohner-Stadt besteht bislang aus einer Person: Tom Ritter. Er hat die Demo angemeldet und die Route geplant. Es geht vorbei an den lokalen Parteizentralen von SPD, CDU, AfD und Linke.

„Von den Jugendorganisationen ist die junge Alternative sehr stark im Landkreis Teltow-Fläming und hier in Luckenwalde aufgestellt. Umso rechter es wird, desto mehr junge und aktive Politiker gibt es auch. Wir haben hier eine junge Union, aber keine wirkliche Links- oder Grüne Jugend“, sagt Ritter. Das merke er auch, wenn er im Ort für Fridays for Future werbe: Plakate die er in Geschäften aufgehängt habe, seien abgerissen worden. Am 15. März hatte es in Luckenwalde schon einmal eine Demo gegeben, damals waren 80 Teilnehmer da. Die nächste soll am 30. August, dem letzten Freitag vor den Brandenburg-Wahlen stattfinden.

Vor dem Kreishaus Teltow-Fläming kommt der Demonstrationszug zum Stehen. Musik läuft und Menschen tanzen. „Es ist so wichtig, dass wir hier sind zwischen Rewe und dem Kreisamt. Klimaschutz braucht es nicht nur in Berlin-Mitte“, sagt Luisa Neubauer. In der kommenden Woche soll es nach dem Streik in Berlin eine weitere Kundgebung in Cottbus geben. „Cottbus als Mitte der Kohleregion ist ganz ganz entscheidend“, sagt Neubauer.

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