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Trübe Lage. Die Zahl der Berlin-Besucher ist auch in diesem Jahr stark gesunken im Vergleich zu 2019. Foto: dpa
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Folgen der Corona-Pandemie Tourismus-Zahlen in Berlin um mehr als 60 Prozent zurückgegangen

Berlin fehlen auch im zweiten Jahr der Pandemie weiterhin die ausländischen Gäste. Eine Erholung ist erst 2024 zu erwarten.

Der Tourismus in Berlin ist wegen der Pandemie weiterhin in Nöten. Nur zweieinhalb Millionen Übernachtungen wurden im ersten Halbjahr gezählt – das sind 61 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das haben die Berechnungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg ergeben. Vergleicht man die Zahlen mit dem ersten Halbjahr 2019, ging die Zahl der Übernachtungen sogar um 84,2 Prozent zurück.

Der Chef der Berliner Tourismusagentur Visit Berlin, Burkhard Kieker, sagte dem Tagesspiegel: „Das erste Halbjahr 2021 war durch den langen Lockdown fast ein touristischer Vollausfall. Berlin war bei der Öffnung eine der letzten Metropolen in Europa.“ Die Zahl der Gäste aus dem Ausland brach um 79,4 Prozent ein, die der inländischen Gäste sank um 50 Prozent. Am häufigsten kamen Besucher:innen aus Polen und blieben über Nacht.

Die Zahl ihrer Übernachtungen sank jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 33.000 auf 68.500. Ende Juni waren 659 sogenannte Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten sowie acht Campingplätze geöffnet. Die durchschnittliche Auslastung betrug im ersten Halbjahr 12,7 Prozent. Im Vorjahreszeitraum belief sie sich auf rund 30 Prozent.

Ab dem 11.Juni dieses Jahres waren touristische Übernachtungen in der Hauptstadt wieder erlaubt. „Viele Gäste hatten sich da schon für andere Ziele entschieden“, sagt Kieker. Berlin befinde sich seit Anfang Juli wieder im Aufwärtstrend. Besonders an den Wochenenden seien gut gelegene Hotels mit bis zu 60 Prozent belegt. Die bei Intoura organisierten Attraktionen der Stadt meldeten 43 Prozent der Gäste von 2019, sagt der Visit-Berlin-Chef.

Durchschnittspreis pro Übernachtung günstiger als in Hamburg oder München

Allerdings seien die Durchschnittspreise in den Hotels oft kaum kostendeckend. Die Hotels lockten die weniger gewordenen Gäste mit günstigen Preisen. Der Durchschnittspreis pro Übernachtung im Juni beträgt laut Visit Berlin derzeit rund 73 Euro, das sei der niedrigste unter allen deutschen Großstädten. Im Vergleich: Im München sind es rund 94 Euro, in Hamburg rund 91 Euro.

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„Nach der Ferienzeit sind es fehlende Kongresse und Messen, die die Aussichten trüben. Insbesondere die Absage der Internationalen Funkausstellung IFA ist ein großer Verlust für die Stadt“, sagt Kieker. VisitBerlin wirbt in Deutschland und Europa intensiv für die Stadt. Die Bilder des „Berlin Freedom Dinner“ vom vergangenen Wochenende hätten bisher 97 Millionen Presse- und Social- Media-Kontakte gebracht.

„Das kommende Jahr wird eine Erholung bringen“, ist Kieker überzeugt, denn Berlin bleibe auch wegen seines Kulturangebots attraktiv. Den Stand von 2019 werde man aber wohl erst 2024 erreichen.

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