Kein Duchblick. Sollte es windstill Silvester bleiben, könnte an manchen Stellen "Böller-Nebel" entstehen. Foto: dpa/obs
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Feinstaub und kaum Wind Meteorologen warnen vor „Böller-Nebel“ in Berlin

Es wird Silvester relativ kalt - und wohl auch undurchsichtig. Meteorologen rechnen mit „Böller-Nebel“. Und der ist nicht ungefährlich.

Die Temperaturen am Sonnabend deutetet es schon an – das Jahresende in Berlin wird relativ kalt. Ursache ist das Hoch „Wiltrud“, das laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Nachtfrost führen kann, weil es Polarluft in Richtung Deutschland strömen lässt. Die Temperaturen sinken in der Nacht – je nach Lage – auf unter minus fünf Grad, teilte der DWD mit.

Laut der Konkurrenz von Wetter-Online könnte es aber noch ein Tief geben – bei den Sichtweiten in der Neujahrsnacht. „Die bodennahe Kaltluft wird sich innerhalb von Minuten durch das Feuerwerk mit großen Mengen von Feinstaub anreichern“, sagte ein Sprecher. „Vor allem in Flusstälern und in Orten, wo intensiv Feuerwerk abgebrannt wird, bildet sich in kürzester Zeit dichter Nebel.“

Seine Warnung: Sichtweiten könnten abrupt auf unter zehn Meter sinken. Dies schränke nicht nur die Sicht auf das Feuerwerk ein, sondern sei auch eine Gefahr für den Straßenverkehr. „Die hohen Feinstaubmengen können zudem gesundheitsschädlich sein, da der fehlende Wind die Schadstoffe nicht großflächig verbreitet“, sagte der Wetter-Online-Sprecher ferner. Er erinnerte an den Jahreswechsel 2014/2015, als man in Hamburg oder Köln kaum fünf Meter weit gucken konnte. Wegen des „Böller-Nebels“ mussten sogar Autobahnen gesperrt werden.

Höchste Feinstaubwerte zu Silvester

Und wie entsteht das Phänomen? Mit dem Rauch der Raketen Silvesterknaller gelangen Milliarden feinster Partikel in die Atmosphäre. An diese Staubteilchen dockt die Feuchtigkeit aus der Luft an; es kommt zur Kondensation, begünstigt durch die niedrigen Temperaturen. Fehlt nun noch Wind, beginnt Nebel zu wabern.

Nicht nur in Berlin werden werden Silvester regelmäßig Jahreshöchstwerte beim Feinstaub gemessen. Beim vorigen Jahreswechsel herrschte in Berlin die schlechteste Luft. Und ganz besonders an einer Messstation in Friedrichshain. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes setzte das vergangene Feuerwerk 4500 Tonnen Feinstaub frei.

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