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Begehrtes Plätzchen: eine Impfkabine im Impfzentrum Tegel. Foto: Kay Nietfeld/dpa
© Kay Nietfeld/dpa

Fehlermeldungen bei Doctolib Die mühsame Buchung von Impfterminen in Berlin

Es gibt neue Impftermine – und wieder ein großes Gedränge. Die Aussicht auf die Spritze wird damit zur ultimativen Geduldsprobe. Ein Erfahrungsbericht.

Das Buchen eines Impftermins in Berlin muss man sich in etwa vorstellen wie das Schlangestehen bei der Wohnungssuche. Nur ist es keine lange Reihe bis zum Eingang, sondern mutmaßlich ein Riesengedränge. Es kommt wie eine letzte Lektion in Demut daher: Nach Monaten des gleichmütigen Ertragens von Pandemie und Lockdown avanciert die Aussicht auf die Spritze zur ultimativen Geduldsprobe.

Das kann derzeit erleben, wer versucht, über das Portal Doctolib eine Erstimpfung mit Moderna zu ergattern. Offenbar seit Donnerstagabend gibt es wieder neue Termine: zunächst ab 31. Mai, seit Freitagmorgen ab dem 4. Juni - allesamt im Impfzentrum Tegel.

Eine persönliche Beobachtung: Egal welcher Browser, ob Chrome oder Firefox, ob Laptop oder Handy, egal ob am Abend, in der Nacht oder am Morgen - immer wieder endet die Hoffnung auf einen Termin in einer Sackgasse. Erst werden viele angezeigt, dann aber wirft das System entweder schon bei der Auswahl für die Erstimpfung eine Fehlermeldung aus oder bei der Auswahl für die Zweitimpfung.

Der Termin für die zweite Dosis, so liest man es bei Doctolib, wenn man denn die erste Hürde überwunden hat, solle höchstens 40 Tage nach der ersten sein. Mitunter stehen dann jedoch nur ein oder zwei Termine zur Auswahl, von denen sich keiner tatsächlich buchen lässt.

Allmählich begreift man die Uhrzeiten als Memory-Karten

Manchmal werden aber auch viele Termine im Juli angezeigt, die scheinbar verfügbar sind. Beim Anklicken erweist sich jedoch schnell: Die meisten sind doch bereits vergeben - oder es ploppt wieder die Fehlermeldung auf: "Die Terminbuchung konnte nicht abgeschlossen werden. Es tut uns leid. Es ist während der Terminvereinbarung ein Fehler aufgetreten." Auf dem Handy in der Kurzform: "Es tut uns leid. Ein Fehler ist aufgetreten."

Jedes neue Laden der Seite schult immerhin das Gedächtnis: Allmählich begreift man die Uhrzeiten, die man anklicken muss, als Memory-Karten. Nach dem x-ten Versuch hat man schon raus, dass "14:30" am Montag direkt zu einer Fehlermeldung führt, während "17:15" am Mittwoch immerhin die Illusion nährt, dieses Mal könnte es klappen. Denn immerhin kommt die Auswahl für den Zweittermin - und endet dann aber doch wieder im Nichts.

[Lesen Sie mehr: Der Weg zum Impftermin in Berlin: Ich möchte mich impfen lassen – was kann ich tun? (T+)]

Und gelegentlich, ganz selten, gewinnt man tatsächlich den Eindruck, dass sich im Hintergrund des Systems zumindest irgendwas tut. Dann erscheinen beim neuen Laden der Seite plötzlich andere Termine als vorher, nämlich einige zusätzliche, die sich beim Anklicken allerdings ganz schnell wieder ausgrauen, weil sie bereits vergeben sind.

So liest man es wenigstens bei Doctolib. Derweil führt die Empfehlung des Senats, sich an den Hausarzt zu wenden, momentan schnell zur Auskunft, dass es nicht genügend Impfstoff gebe. Und irgendwann schaut man aus dem Fenster, sieht den Regen tröpfeln und freut sich, zumindest schon mal eine Wohnung zu haben.

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