Die neuen Expresszüge fahren alle 20 Minuten von Friedrichshagen zum Ostbahnhof und zurück. Foto: Thomas Loy
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Update „Fahrerlebnis wie im Regionalexpress“ So fährt es sich in der neuen Express-S-Bahn

Die Anzeigen und Durchsagen funktionieren, die Fahrgäste sind zufrieden. Die Premiere für die neuen Expresszüge der S-Bahnlinie 3 ist geglückt.

Die Berliner S-Bahn ist erfolgreich in die neue Ära der Expresszüge gestartet. „Das Fahrerlebnis: wie im Regionalexpress“, erzählt Susanne Heitmann aus Berlin-Köpenick. Sie hat am Montagmorgen gegen 6.35 Uhr den Expresszug der S 3 von Köpenick nach Ostbahnhof genommen. „Gefühlt bin ich schneller am Ziel, real wegen Umstieg und Warten auf Anschluss in Warschauer Straße genau so schnell.“ Die neue, zusätzliche Zugverbindung gilt seit dem Fahrplanwechsel der deutschen Bahn am Sonntag.

Die neuen Expresszüge werden per Anzeige und Durchsage angekündigt. Die Fahrgäste sind zufrieden. Foto: Thomas Loy Vergrößern
Die neuen Expresszüge werden per Anzeige und Durchsage angekündigt. Die Fahrgäste sind zufrieden. © Thomas Loy

Die Expresszüge fahren montags bis freitags alle 20 Minuten zwischen 6 und 9 Uhr morgens und 14 und 19 Uhr nachmittags und halten nur an den Stationen Friedrichshagen, Köpenick, Karlshorst, Ostkreuz und Warschauer Straße. Die S-Bahn setzte am Montagmorgen nur kurze Züge ein, aber weil sich die neue Verbindung noch nicht herumgesprochen hat, reichte die halbe Kapazität aus. Die Züge waren deutlich leerer als die regulären Züge, die überall halten.

Am Bahnsteig in Köpenick herrschte entspannte Ruhe. Der einfahrende Zug kurz vor acht Uhr wurde von einer korrekten Anzeige angekündigt, auch per Lautsprecher wies die S-Bahn daraufhin, dass nicht alle Bahnhöfe angefahren werden. Die meisten wollen ohnehin zum Ostkreuz oder weiter in die Innenstadt fahren.

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„Super Sache“ sagt der Mann im blauen Anorak, zugestiegen in Karlshorst und nun unterwegs zur Storkower Straße, wo er arbeitet. „Sonst habe ich immer den späteren Zug genommen, der ist meistens knackevoll“. Ein junger Vater aus Prenzlauer Berg hat seinen Sohn in Köpenick zur Schule gebracht, am Ostkreuz hätten sie extra auf den neuen Expresszug gewartet, nun fährt er zurück nach Ostkreuz, wieder express. „Sehr angenehm, bin positiv überrascht“, erzählt er.

Ein anderer Vater will mit seiner Tochter zum Alexanderplatz, auch sonst fährt er regelmäßig mit der S 3 zur Arbeit. Dass er im Expresszug sitzt, sei Zufall, „aber alles, was den ÖPNV stärkt, ist gut“.

Fahrplanwechsel in Berlin – das ist neu:

  • Auf der Linie S3 (Erkner-Spandau) fahren werktags zusätzliche Expresszüge
  • Die Expresszüge halten nur an den Stationen Friedrichshagen, Köpenick, Karlshorst, Ostkreuz und Warschauer Straße
  • Bei der S75 wird der Bahnhof Warschauer Straße der neue Linienendpunkt
  • Bei der S5 werden die Verstärkerzüge von und nach Mahlsdorf bis Ostbahnhof verlängert
  • Neuer Knotenpunkt für BVG-Nachtbusse wird der Alexanderplatz
  • Die Straßenbahnlinien M5 und 50 erhalten einen dichteren Takt

Teil des europaweiten Fahrplanwechsels am 15. Dezember ist in Berlin nicht nur der Einsatz von Expresszügen. Bei der BVG soll der zentrale Knotenpunkt in der Nacht nun am Alexanderplatz/Memhardstraße liegen. Dieser befand sich zuvor am Hackeschen Markt. Der neue Knotenpunkt bietet laut BVG bessere Umstiegsmöglichkeiten zwischen den Nachtbuslinien N2, N5, N8, N40, N42, N65 sowie den Straßenbahnlinien M2, M4 und M5. Am Wochenende kommen Anschlussmöglichkeiten zur U2, U5, U8, S7, S9 und zu einigen Regionalbahnen hinzu, dann kann sogar zwischen 16 Linien umgestiegen werden.

Die Straßenbahnlinie M5 fährt künftig zwischen Hackeschem Markt und Hauptbahnhof wochentags zwischen 6 und 21 Uhr alle zehn Minuten. Einen dichteren Takt erhält auch die Straßenbahnlinie 50. Die Linie fährt dann auch sonntags und an Feiertagen von 13 bis 19 Uhr zum Virchow-Klinikum und wird in dieser Zeit auf ihrer gesamten Strecke auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. Außerdem bekommen bei der BVG einige Haltestellen neue Namen.

Bei der S-Bahn werden auf der S5 die Verstärkerzüge von und nach Mahlsdorf in der Hauptverkehrszeit bis Ostbahnhof verlängert, auf der S75 wird der neue Linienendpunkt der Bahnhof Warschauer Straße statt wie bisher Ostbahnhof. Die geplante Verlängerung der Züge der S85 wird laut S-Bahn „aufgrund der aktuellen Fahrzeugsituation der Baureihe 485 verschoben“. Kürzlich musste die S-Bahn elf von 70 Doppelwagen der Baureihe 485 abstellen, weil Risse an den Wagenkästen entdeckt wurden. Diese müssen nun repariert werden. Voraussichtlich bis Ostern sollen die Züge ausfallen.

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