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Hubertus Knabe steht in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (Archiv). Foto: Christian Thiel/imago
© Christian Thiel/imago

Ex-Leiter von Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte Untersuchungsausschuss bescheinigt Knabe massives Versagen

Eineinhalb Jahre hat der Ausschuss die Vorgänge um die Entlassung Knabes in Hohenschönhausen untersucht. Der Abschlussbericht kommt zu einem klaren Ergebnis.

Der Bericht des Untersuchungsausschusses "Gedenkstätte Hohenschönhausen" bescheinigt dem ehemaligen Leiter, Hubertus Knabe, nach Informationen des RBB massives Versagen. Das fast 300 Seiten dicke Dokument, das dem Sender vorliegt, komme zu dem Schluss, dass der Stiftungsrat der Stasi-Opfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen im September 2018 kaum anders konnte, als den Gedenkstättendirektor zu entlassen, berichtet der RBB am Mittwoch.

Dieser habe nicht nur die Frauen, die von seinem Stellvertreter Helmuth Frauendorfer belästigt wurden, nicht ausreichend geschützt, sondern auch in der Aufarbeitung der Affäre versagt. Zudem werfe ihm die Mehrheit des Untersuchungsausschusses Management- und Organisationsversagen vor.

Nach der Vernehmung von 24 Zeugen und Zeuginnen sowie Sichtung unzähliger Akten hatte der Untersuchungsausschuss zur Gedenkstätte Hohenschönhausen am Dienstag nach anderthalb Jahren seinen Abschlussbericht vorgelegt.

Der Bericht des Untersuchungsausschusses kommt laut RBB zu dem Ergebnis, dass Hubertus Knabe seit Februar 2016 mehrfach über Beschwerden von Frauen über seinen Stellvertreter unterrichtet wurde.

Die Kulturverwaltung - zunächst unter Tim Renner, dann unter Kultursenator Klaus Lederer (Linke) - habe ihn aufgefordert, eigenverantwortlich angemessene Maßnahmen (etwa die Berufung einer Frauenbeauftragten und die Einrichtung einer Beschwerdestelle) zu ergreifen, heißt es.

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Der Ausschuss stellt im Bericht auch fest, dass es im Bereich der Kulturverwaltung Defizite bei der Umsetzung des allgemeinen Gleichstellungsgesetzes gab. Voraussichtlich im Spätsommer wird der Bericht im Berliner Abgeordnetenhaus abschließend beraten.

Der Untersuchungsausschuss sollte die Vorgänge um die Entlassung des Leiters der Stasiopfer-Gedenkstätte prüfen. Knabe soll nicht entschieden genug gegen mutmaßliche sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen durch seinen Stellvertreter vorgegangen sein. Er betritt das. Ein Rechtsstreit wurde mit einem Vergleich beendet, der Chefposten neu besetzt.

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