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Aktivisten der Gruppe "Aufstand der letzten Generation" blockieren die A100. Foto: Paul Zinken/dpa
© Paul Zinken/dpa

Update Erneute Demos am Montagnachmittag Klimaaktivisten blockierten Berliner Autobahnen – Rettungswagen im Stau

Nach einer Aktion am Montagmorgen demonstriert die Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ erneut auf der A100. Am Mittwoch war ein Rettungswagen betroffen.

Die Klimaaktivisten der Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ setzen ihre Aktionen mit unverminderter Radikalität fort. Am Montagmorgen blockierten sie im Rahmen ihrer Kampagne „Essen Retten - Leben Retten“ zeitweise Autobahnen in Berlin und Hamburg. Weitere Blockade-Aktionen folgten am Nachmittag.

Zugleich machte ein Video vom vergangenen Mittwoch die Runde, das Aktivisten ebenfalls bei einer Autobahn-Blockade in Berlin zeigt – während im Stau ein Rettungswagen mit Martinshorn steht.

Am Montag setzten die Demonstranten sich zunächst auf Zufahrten der A100 und der A24 und klebten sich zum Teil fest. Es gab Rückstaus im Berufsverkehr. Nach Angaben der Polizei besetzten sie drei Stellen. Bilder zeigten Protestierende mit Transparenten auf der Fahrbahn.

Die Polizei holte die Menschen nach Angaben eines Sprechers von der Straße und nahm 31 Personen vorläufig fest. Bei 24 von ihnen sollte richterlich über fortgesetzten Polizeigewahrsam entschieden werden.

Am Nachmittag teilten die Aktivisten auf ihrer Webseite mit, dass zum zweiten Mal die A100 in Berlin blockiert werde, außerdem gebe es eine Blockade in Stuttgart auf der Neckartalstraße (B10).

Bei der Aktion in Berlin am Nachmittag war erneut die Stadtautobahn an der Beusselstraße und Seestraße in Wedding betroffen, wie Fotos der Aktivisten auf Twitter zeigten. Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) meldete auf Twitter erneute Sperrungen auf der Autobahn und einen Stau von 30 Minuten auf der A100 in Richtung Wedding. Auch die Buslinie 106 wurde unterbrochen.

Ein Video von einer Blockade in Steglitz vom vergangenen Mittwoch löste Empörung aus, der Journalist Lars Wienand teilte es am Montagmorgen bei Twitter. In dem 21 Sekunden langen Clip ist zu sehen, wie die Polizei an der zweispurigen Abfahrt von der A103 mehrere Aktivisten von der Straße zerrt, während im Hintergrund ein Rettungswagen (RTW) im Stau steht und das Martinshorn eingeschaltet hat. Ein Aktivist reißt sich dennoch los, stürzt erneut zur Mitte der Fahrbahn und setzt sich wieder hin.

Aktivisten: "Wir bedauern, dass wir stören mussten"

"Dieser RTW ist ebenso durchgelassen worden wie alle anderen bisher auch", behaupteten die Aktivisten in einer Reaktion auf Twitter. "Wir bedauern, dass wir stören müssen. Die Sicherheit aller Beteiligten und Betroffenen ist unser höchstes Anliegen."

Bei ihrer Blockade in Pankow hatten die Aktivisten am vergangenen Mittwoch noch darauf verzichtet, sich in der mittleren von drei Spuren auf dem Asphalt festzukleben, um im Notfall diese als Rettungsgasse freigeben zu können.

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Die Szene aus Steglitz stellte sich anders dar: Wie eine Tagesspiegel-Reporterin beobachtete, kam der Rettungswagen nur langsam durch. Später darauf angesprochen, rechtfertigte sich ein Aktivist damit, das Einsatzfahrzeug sei noch sehr weit weg gewesen und die Autos hätten bereits genug Platz gehabt, um auszuscheren.

70-minütiger Stau ab Charlottenburg

Die neuerliche Blockade am Montagmorgen beeinträchtigte über mehrere Stunden den Verkehr: Um kurz vor neun Uhr hatte die Berliner Verkehrsinformationszentrale auf Twitter mitgeteilt, dass die A100 ab Autobahndreieck Charlottenburg in Richtung Wedding gesperrt worden sei – die Polizei leite den Verkehr dort ab. Auch die Ausfahrt Beusselstraße sei gesperrt worden. Durch die Demonstration hätte sich ein 70-minütiger Stau ab Charlottenburg gebildet, hieß es zudem kurz zuvor von der VIZ.

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Gegen halb zwölf kam schließlich Entwarnung für die Autofahrer: Die A100 sei wieder frei, schrieb die VIZ, die Demonstration auf der Autobahn sei beendet worden.

In Hamburg blockierten etwa zehn Menschen den Horner Kreisel, wie die dortige Polizei mitteilte. Zwei Personen schienen sich festgeklebt zu haben. Der Verkehr auf der A24 Richtung Innenstadt war laut Polizei stark beeinträchtigt.

Aktivisten fordern Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung

In der vergangenen Woche hatten die Aktivisten wiederholt in Berlin demonstriert und Autobahn-Zufahrten blockiert. Sie fordern ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und eine sofortige Agrarwende, um Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft zu senken.

Sie bezeichnen sich als "Aufstand der letzten Generation". Dahinter stehen einige der jungen Leute, die vor der Bundestagswahl wochenlang im Hungerstreik waren. (dpa, Tsp)

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