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Ein Mann wird von einem Helfer zu seiner Impfung geleitet. Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Erika-Heß-Eisstadion in Wedding Zweites Impfzentrum startet in Berlin

Nur 120 Menschen täglich sollen in den kommenden zwei Wochen in dem Weddinger Eisstadion geimpft werden. Immerhin öffnet schon bald das nächste Zentrum.

Dieser Impfauftakt ist zäh. Nur alle paar Minuten fährt ein Taxi vor dem Eingang des Erika-Heß-Eisstadions in Wedding vor. Senioren mit Gehstöcken oder Rollatoren steigen aus, manchen wird vor der geöffneten Schiebetür ein Rollstuhl aufgeklappt.

Alle, die heute kommen, sind 85 Jahre und älter. Sie werden umringt von Mitarbeiter:innen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in neongelben Jacken und Journalist:innen. Viele der ankommenden Senior:innen senken aber schnell den Kopf und gehen zum Eingang. Eine Frau sagt, dass sie gerade sehr aufgeregt sei, so kurz vor der Impfung.

Eigentlich sollte mit der Eröffnung des zweiten Impfzentrums in Berlin auch gleich ein neuer Impfstoff verabreicht werden. Doch wegen Zweifeln an der richtigen Kühlung des gelieferten Moderna-Impfstoffes, die sich erst am Mittwochabend als unbedenklich erwiesen, wird an diesem Donnerstag ausnahmsweise Biontech geimpft.

Ab Freitag soll es hier dann nur noch Moderna geben. Für die Seniorinnen und Senioren bedeutet das, sie müssen für die zweite Impfung in drei Wochen zum Impfzentrum in der Arena in Treptow. Da wird auch künftig der Biontech-Impfstoff gespritzt.

Mario Czaja, Präsident des Berliner Roten Kreuzes, erklärt das so: „Die Impfstoffe werden unterschiedlich aufbereitet.“ Es sei nicht sinnvoll, zwei Impfstoffe in einer Aufbereitungsstraße zu haben. „Das würde zu einem großen Durcheinander führen.“

Menschen über 85 kommen am Morgen zur Eröffnung von Berlins zweiten Impfzentrum, am Erika-Hess-Eissatdion für ihre Impfung gegen das Coronavirus an. Foto: Kay Nietfeld/dpa Vergrößern
Menschen über 85 kommen am Morgen zur Eröffnung von Berlins zweiten Impfzentrum, am Erika-Hess-Eissatdion für ihre Impfung gegen das Coronavirus an. © Kay Nietfeld/dpa

Viele der Senioren, die an diesem Donnerstagvormittag gekommen sind, kümmert es nicht, ob ihnen der Moderna- oder Biontech-Impfstoff verabreicht wird. „Hauptsache geimpft“, sagt ein Mann im Rollstuhl.

Frau von Bülow sieht das ein bisschen anders. Die 86-Jährige ist froh, den Biontech-Impfstoff erhalten zu haben. Warum wisse sie auch nicht so genau, vielleicht, weil sie von der Mainzer Firma bislang mehr gehört habe.

Bevor von Bülow in das bereitgestellte Taxi steigt, betont sie noch einmal, dass sie sich bestens umsorgt gefühlt hat. „Toll, dass die Bundeswehr hier im Einsatz ist. Ist doch besser, als wenn die in irgendwelchen Gräben liegen und Übungen machen.“ Dann fällt die Autotür zu. Sie ist alleine unterwegs. Ihr Mann, 81 Jahre alt, hatte noch keine Einladung erhalten. „An 80 bis 84-Jährige wurden noch keine Einladungen versandt“, sagt Czaja.

Die Senioren im Gespräch mit Ärzten in den Impfkabinen. Foto: Kay Nietfeld/REUTERS Vergrößern
Die Senioren im Gespräch mit Ärzten in den Impfkabinen. © Kay Nietfeld/REUTERS

Insgesamt 120 Spritzen sollen an diesem Donnerstag im Erika-Heß-Eisstadion gesetzt werden. In den kommenden 14 Tagen wird sich an dieser täglichen Menge nichts ändern. Martin Matz, Staatssekretär für Gesundheit (SPD), sagt: „Diese Kapazität haben wir erst mal darauf eingestellt, was wir an Moderna-Impfstoff zur Verfügung haben. Das ist eben nicht viel.“ Mit mehr Impfstoff könnten bis zu 1300 Impfungen pro Tag vorgenommen werden. Die nächste Moderna-Lieferung werde aber in zwei Wochen erwartet.

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Stattdessen soll die Anzahl der Impfungen jetzt erst mal mit dem Biontech-Impfstoff erhöht werden. Berlin erwartet am Montag 29.500 Impfdosen. „Wir werden dafür das Impfzentrum an der Messe kommenden Montag eröffnen können“, sagt Matz. „Da fahren wir im Laufe der Woche langsam hoch.“

Ab nächster Woche bekommen die zuerst Geimpften den zweiten Piks

Bis Freitag sollen dann ungefähr 1000 Impfungen in der Messe in der City-West und parallel ungefähr 1200 Impfungen in der Arena vorgenommen werden. Damit wäre dann ab nächster Woche auch das dritte von insgesamt sechs geplanten Impfzentren in Berlin geöffnet. „Jetzt kommen auch die Zweitimpfungen hinzu“, sagt Matz. Die ersten Impfungen vom Impfstart am 27. Dezember sind dann drei Wochen her.

Weiterhin sollen sich die Eingeladenen ein Impfzentrum aussuchen können, erklärt der Staatssekretär weiter. Im Umkehrschluss heißt das für die Berlinerinnen und Berliner, dass sie zwischen den Impfstoffen von Biontech und Moderna entscheiden können – sofern in allen Zentren freie Termine zur Verfügung stehen.

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