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"Ghostbikes" erinnern an Opfer tödlicher Fahrradunfälle. Foto: picture alliance / Soeren Stache
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Entgegen dem bundesweiten Trend In Berlin ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen

In Deutschland ist die Zahl der Verkehrstoten gesunken - in Berlin dagegen gestiegen. Auf diese bedenkliche Entwicklung wies die Dekra am Mittwoch hin.

Anders als im Bundesgebiet ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Berlin gestiegen. „Das ist ein völlig anderer Trend, der macht uns Sorge“, sagte Mario Schwarz, Dekra-Chef in Berlin, am Mittwoch auf einer Online-Pressekonferenz. Während es 2019 in Berlin 40 Tote gab, sind es in diesem Jahr bereits 45 laut Zählung der Polizei.

Im gesamten Bundesgebiet sank die Zahl der Verkehrstoten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um fast 200 auf 1560 Menschen. Die Prüfgesellschaft Dekra, die sich auch für Verkehrssicherheit engagiert, geht davon aus, dass dieser Trend auch für das gesamte Jahr gelten wird. Experten bei der Polizei verweisen aber darauf, dass eine gewisse Schwankung bei der Zahl der Verkehrstoten angesichts der niedrigen absoluten Zahlen normal sei.

Zudem habe der Fahrradverkehr deutlich zugenommen in diesem Jahr. Unter den 45 Toten waren 17 Fußgänger, 15 Radfahrer, 9 Motorradfahrer und zwei Autofahrer. Auch in diesem Jahr gibt es starke Schwankungen: Mitte August waren bereits 14 Radler getötet worden, in den letzten drei Monaten nur einer.

Die Dekra stellte am Mittwoch ihren aktuellen Verkehrssicherheitsreport vor. Schwarz kritisierte, dass Deutschland dem selbst gesetzten Ziel für einen sichereren Straßenverkehr hinterherhänge. So hatte sich die Bundesrepublik zum Ziel gesetzt, bei den Verkehrstoten im vergangenen Jahr die Zahl 2761 nicht zu überschreiten. Tatsächlich waren bundesweit aber 3275 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

Die Entwicklung in Berlin sei aus Sicht der Dekra ein „herber Rückschlag“.  „Dramatisch ist dabei die Entwicklung bei den Zweirad-Fahrenden“, sagte Schwarz. Die Dekra wirft in ihrer Statistik Radfahrer und Motorradfahrer in einen Topf, die Polizei trennt hier. Sie rechnet Radfahrer wie Fußgänger zusammen zu den "schwächeren" Verkehrsteilnehmern.

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Wie in Berlin sanken 2019 auch in Deutschland und in der EU die Zahlen der Verkehrstoten. In Deutschland sank die Zahl von 3270 auf 3059, in der EU von 25.100 auf 22.800. Allerdings liegen die Zahlen damit deutlich über den Zielzahlen von 2.583 bzw. 17.325. Der Dekra-Niederlassungsleiter verwies darauf, dass der Bestand an Pedelecs in Deutschland rasant anwächst. So stieg die Zahl von 2,1 Millionen in 2014 auf 5,4 Millionen in 2019. Analog dazu entwickelte sich auch die Zahl der verunglückten und getöteten Pedelec-Fahrer. Während die Zahl der insgesamt Verunglückten von 5.115 in 2017 auf 10.623 in 2019 stieg, stieg die der getöteten Pedelec-Fahrer von 68 in 2017 auf 118 in 2019.

„Bei den Zahlen fällt auf, dass 60,2 % der getöteten Pedelec-Fahrer über 70 Jahre alt sind“, erklärte Schwarz. Pedelec-Fahrer unterschätzten oftmals die ungewohnt starke Beschleunigungs- und Bremsleistung ihres Zweirads, teilte die Dekra mit. Berliner Zahlen konnte die Dekra nicht nennen. Auch die Polizei hat in ihrer im März veröffentlichten Unfallbilanz für 2019 keine Zahlen für Pedelecs veröffentlicht. 


 

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