Ein kleiner Junge, der an Leukämie erkrankt ist, erhält im Rahmen einer Chemotherapie eine Infusion. picture alliance / Matthias Balk
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Ende des Aufnahmestopps Charité nimmt bald wieder krebskranke Kinder auf

Das Kinderkrebszentrum der Charité beendet den Aufnahmestopp ab kommender Woche. Das Krankenhaus berichtet von Personalmangel.

Wegen Personalmangels hatte das Kinderkrebszentrum der Charité zuletzt einen Aufnahmestopp verhängt, der nun wie angekündigt in der kommenden Woche ein Ende haben soll. „Wir sind in der Weihnachtswoche wieder in der Lage Kinder aufzunehmen“, teilte eine Sprecherin der Universitätsklinik am Freitag auf Anfrage mit. Man könne aber bei der derzeit schwierigen Situation nicht ausschließen, dass einzelne Betten gesperrt werden müssten, falls erneut Personal ausfalle und Schichten schwach besetzt seien.

Der Aufnahmestopp war in der vergangenen Woche bekannt geworden. Charité-Vorstand Ulrich Frei sagte im RBB, dass in dem Bereich etwa 10 von 50 Mitarbeitern fehlten. Man könne alle laufenden Behandlungen und Chemotherapien sichern, für weitere Patienten gebe es aber keine Ressourcen. Neu an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche würden an andere Einrichtungen verwiesen.

Wie der RBB am Freitag unter Berufung auf Ulrich Frei berichtete, haben in den vergangenen anderthalb Jahren 12 Pflegekräfte das Team verlassen. Nach Recherchen des Senders ging es unter anderem um Überlastung wegen fehlenden Personals und die große emotionale Belastung im Umgang mit den schwer erkrankten Kindern. Im RBB berichtete Frei auch von großen Spannungen zwischen Pflegekräften und Ärzten sowie zwischen Pflege und Pflegeleitung. Um die Stimmung zu verbessern, solle ein Coach eingesetzt werden.

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Die Behandlung der Kinder und Jugendlichen habe „höchste Priorität“, bekräftigte die Kliniksprecherin. Zur Entlastung der Pfleger in dem Bereich seien andere Mitarbeiter eingestellt worden, zum Beispiel Pharmazeutisch-Technische Assistenten für die Zubereitung von Infusionen. Neue Pflegekräfte für das hoch spezialisierte Zentrum zu finden, sei jedoch bundesweit schwierig. (dpa)

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