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Verdorbene Reiselaune, "Welcome to ITB Berlin", von wegen. Foto: Paul Zinken/dpa
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Einige ITB-Fachaussteller sind trotz Absage in Berlin Kreuzberger Reiseunternehmen testet Homeoffice für den Corona-Ernstfall

Der Reiseveranstalter „Ventura Travel" bittet sein Team, daheim zu arbeiten, als Test für den Notfall. Viele ITB-Aussteller sind bereits in Berlin.

Kaum ist der Coronavirus beim ersten Patienten in Berlin diagnostiziert worden – schon übt ein Berliner Unternehmen für den Ernstfall. Der Kreuzberger Reiseveranstalter „Ventura Travel" für nachhaltiges Reisen in alle Welt aus Kreuzberg trainierte am Montag das Arbeiten aller 40 Mitarbeiter aus Berlin im Homeoffice. „Unser Chef ist sehr vorausschauend, daher wollen wir ausprobieren, wie das ist, wenn alle Kolleginnen und Kolleginnen von Zuhause aus arbeiten“, sagte Susana Cerón Baumann, Assistentin der Geschäftsführung, dem Tagesspiegel.

Nicht am Paul-Lincke-Ufer, sondern überall in der Stadt am PC

Es sollte geübt werden für einen Ernstfall, bei dem die Behörden die Berlinerinnen und Berliner wirklich dazu aufrufen würden, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. So saßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Marketing, der Personalabteilung, die Verkäufer und Andere diesmal nicht im Büro an der Lausitzer Straße 31 am Paul-Lincke-Ufer, um sich mit den Kolleginnen und Kollegen unter anderem in Japan, in Iran und Südamerika etwa über digitale Konferenzen zu besprechen.

ITB-Fachaussteller haben Flug nach Berlin nicht storniert

Im Kreuzberger Büro wiederum, in der auch die gemeinnützige Stiftung „VSocial“ einen Schreibtisch hat, träfen sich aber gerade zwei Reisefachleute aus Mittel- und Südamerika, die anlässlich der Internationalen Tourismusbörse Berlin Flüge in die deutsche Hauptstadt gebucht hatten und diese nicht verfallen lassen wollten.

Laut Susana Cerón Baumann vom Berliner Unternehmen Ventura Travel, das auch Mitglied im Forum „Anders reisen“ ist, seien auch andere Teilnehmer der ITB trotz der Absage der Messe längst nach Berlin gereist.

Gerade für die oft sehr aufwändig gestalteten Stände in den Messehallen kämen erfahrungsgemäß eigene Messebauer schon einige Tage vor dem eigentlichen Start der ITB an. Und viele Fachaussteller der Tourismusbranche seien schon vorab in Berlin, weil sie auch außerhalb des Messetrubels vor und nach der ITB Geschäftsbesprechungen mit Partnern in der Hauptstadtregion haben.

Die Messe war, wie berichtet, abgesagt worden, um einem potenzielles Verbreiten des Coronavirus wegen der internationalen Berlin-Besucher in der Enge des Messegeschehens vorzubeugen.

Berliner wollen nicht mehr nach Japan und Iran fliegen

Nach Aussage von Susana Cerón Baumann nehmen die Fragen von reiselustigen Berlinern nach der Corona-Verbreitung in Destinationen deutlich zu. Nach Iran und Japan wolle kaum noch einer fliegen, auch die Frage nach dem Virus-Vorkommen in Süd- und Mittelamerika sei jetzt häufiger zu hören.

Der Testlauf des Homeoffice-Arbeitstages ist geglückt. „Warten Sie, ich gucke nochmal in unseren Chat – nein, alles bestens, keine Probleme“, sagt die Reisebranchenexpertin aus Spandau. „Ventura Travel" habe seit Jahrzehnten Erfahrungen in Internetkonferenzen mit einem Dutzend Teilnehmern an einem Gespräch – und wolle sein Wissen jetzt auch anderen Unternehmen weitergeben.

Am Dienstag aber können alle erstmal wieder ins Büro, der zweite Testlauftag ist wegen Gelingens des ersten gestern Nachmittag abgesagt worden.

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