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Eindecker selbst auf dem M19 Doppeldeckermangel bei der BVG

Der Fahrzeugmangel bei der BVG wird größer. Selbst auf dem stark frequentierten M19 werden jetzt Eindecker eingesetzt.

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Ein Eindecker am Werktag morgens im Berufsverkehr auf der Linie M19. Der BVG fehlen Doppeldecker Foto: Jörn Hasselmann Vergrößern
Ein Eindecker am Werktag morgens im Berufsverkehr auf der Linie M19. Der BVG fehlen Doppeldecker © Jörn Hasselmann

Mehr als die Hälfte der Berliner Doppeldecker ist kaputt oder bereits verschrottet. Der Fahrzeugmangel wird auch für Fahrgäste immer sichtbarer. In dieser Woche waren selbst auf dem M19, einer der am stärksten befahrenen Linien in Berlin, Eindecker eingesetzt - und zwar morgens im Berufs- und Schülerverkehr. Das Foto entstand morgens um kurz vor 8 Uhr an der Urania. Zu dieser Zeit sind die Busse voll mit Schülern.

Die zwölf Meter kurzen Wagen bieten nur etwa den halben Platz wie ein Doppeldecker, die eigentlich immer hier fahren sollten. Auf dem ähnlich stark frequentierten M48 werden schon seit einiger Zeit ebenfalls Eindecker gesichtet.

Von den ehemals 416 in den Jahren 2005 bis 2010 gelieferten Doppeldeckern sind nur noch 330 da. Der Rest wurde verschrottet. Und von den Verbliebenen 330 stehen aktuell 130 in der Werkstatt, zur Reparatur oder Wartung. Eigentlich könnten auf dem M19 (S-Bahnhof Grunewald bis U-Bahnhof Mehringdamm) auch Gelenkbusse eingesetzt werden, diese Fahrzeuge bieten ähnlich viel Platz wie ein Doppeldecker. Aber auch die sogenannten „Schlenkis“ gibt es nicht genug.

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„Die vorhandenen Gelenkbusse sind zum Beispiel auf der Linie X9 zum Flughafen Tegel fest eingeplant“, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken. „Fällt also ein Doppeldecker aus und alle Gelenkbusse sind im Einsatz, übernimmt ein Eindecker.“ Die

Die Alternative? Die Fahrt ausfallen lassen

Die Alternative wäre nur, die Fahrt ausfallen zu lassen, hieß es. Erstmals hatte der Tagesspiegel über den gravierenden Mangel an Doppeldeckern berichtet, und zwar Ende Dezember. Damals war der Mangel an Doppeldeckern vor allem auf dem M29 zu sehen, auf dieser Linie dürfen keine Gelenkbusse eingesetzt werden wegen der engen Wendestellen. Seit Ende Dezember wurden 22 weitere Fahrzeuge wegen großer Schäden verschrottet.

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„Ausgemustert werden alle Fahrzeuge, bei den die Instandsetzung der Karosserie und von Aggregaten wie Motor oder Getriebe in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur möglichen Restlaufzeit stehen“, sagte Nelken.

[Es gibt Neuigkeiten zu den extra langen Busse mit Oberleitungen der BVG in Spandau. 450 Masten werden errichtet - und nicht nur das.]

Die Rettung soll aus England kommen. Beim britischen Hersteller ADL wurden 200 neue Doppeldecker bestellt. Die ersten beiden Prototypen sollen ab September getestet werden. In den Jahren 2021 und 2022 sollen dann die 198 Serienfahrzeuge nach und nach geliefert werden. Diese haben wie gehabt Dieselmotoren, da es für Doppeldecker noch keinen E-Antrieb gibt.

Bei Eindeckern und Gelenkbussen setzt die BVG auf die (teureren) Batteriemodelle. Die alten Doppeldecker von MAN werden bis 2022 aus dem Stadtbild verschwinden

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