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Etwa 4000 Menschen beteiligten sich an dem Gedenken. Foto: Julius Geiler TSP
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Update Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag Mehrere Tausend Menschen erinnern in Berlin an die Opfer von Hanau

Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag gedachten am Samstag zahlreiche Berliner der Opfer. Die Namen der Getöteten standen bei der Demo im Mittelpunkt.

Kaum hatte sich die Hanau-Gedenkdemo am Samstagnachmittag auf der Neuköllner Hermannstraße in Bewegung gesetzt, stoppte sie schon wieder. Zu viele Menschen strömten aus dem S-Bahnhof, um bei der größten Berliner Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags von Hanau vor einem Jahr teilzunehmen.

Weitere 15 Minuten vergingen, bis sich der Protestzug endgültig aufgestellt hatte und mehrere Tausend vor allem junge Berliner:innen in Richtung Kreuzberg zogen.

Neun Menschen und seine Mutter hat der Attentäter von Hanau in der Nacht des 19. Februar 2020 ermordet. Neun Menschen, deren Aussehen nicht in das rassistische Weltbild des Mörders passten.

Die Namen dieser neun standen an dem sonnigen Samstagnachmittag in Neukölln im Mittelpunkt. Immer wieder wurden sie vorgelesen, skandiert, auf Plakaten und Bannern an sie erinnert. Die Demonstrant:innen trugen Schilder und Fotos mit den Namen der neun Getöteten. „Hanau war kein Einzelfall“ stand auf Plakaten.

Die Polizei sprach zum Beginn der Demo von mindestens 4000 Teilnehmenden und weiter starkem Zustrom zur Demonstration. Am frühen Abend korrigierte sie auf 6000, der Veranstalter gab 20.000 Teilnehmer:innen an. Der Zug wurde von rund 80 Einsatzkräften begleitet. Aufgerufen hatten diverse antifaschistische Initiativen wie die „Migrantifa“ sowie Migrant:innen-Organisationen. Die Polizei hatte zuvor mit 900 Teilnehmer:innen gerechnet.

Die Polizei begleitete die Demo mit 80 Einsatzkräften. Foto: Julius Geiler TSP Vergrößern
Die Polizei begleitete die Demo mit 80 Einsatzkräften. © Julius Geiler TSP

In mehreren Redebeiträgen wurde die behördliche Aufklärung des Anschlags von Hanau kritisiert. „Was der Staat nicht macht, machen wir selber“, sagte eine Rednerin in der Flughafenstraße und fügte hinzu: „Für Deutschland bleiben wir immer Fremde. Was wir brauchen ist organisierter, migrantischer Antifaschismus“.

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Auf dem Weg zum Kreuzberger Oranienplatz wurde auf diversen Zwischenkundgebungen an die Opfer des Terrors erinnert. Am Hermannplatz kamen Angehörige der Toten über Tonband zu Wort. Anschließend wurde eine Schweigeminute abgehalten.

In der Nähe der Synagoge am Fraenkelufer wurden die „jüdischen Geschwister, die gerade Shabbat machen“ gegrüßt und mit dem Anschlag in Halle und dem Mord an Walter Lübcke auch an weiteren rechten Terror der vergangenen Jahre in Deutschland erinnert. Gegen 18.30 Uhr erreichte die Demo mit dem Oranienplatz ihren Endpunkt.

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