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Junge Schwalben verlangen nach Nahrung. dpa
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Ein Herz für Schwalben Nabu zeichnet Schweizer Botschaft in Berlin wegen vorbildlichen Vogelschutzes aus

Vogelnester und -eier sind geschützt. Trotzdem werden sie oft zerstört. Die Schweizer Botschaft macht das Gegenteil und wurde nun vom Nabu ausgezeichnet.

Drei Mehlschwalben-Paare nisten an der Fassade der Schweizerischen Botschaft. Sie können dort in Ruhe brüten, die Botschaftsangehörigen lassen sie in Ruhe und akzeptieren sie ausdrücklich.

Normal ist das nicht, oft werden Schwalben-Nester von Hausbesitzern entfernt, weil die Vögel Schmutz und Kot hinterlassen und Fassaden beeinträchtigen.

Der Landesverband Berlin des Naturschutzbundes (Nabu) hat deshalb die Schweizer Botschaft mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet.

Hinter der Aktion steht aber ein grundsätzliches Problem. Viele Vogelnester, nicht bloß von Schwalben, werden fahrlässig oder mutwillig zerstört. Um sie zu schützen, finanziert das Land Berlin seit 2019 ein Programm, in das auch der Nabu eingebunden ist.

Beim Nabu ist unter anderem Nina Dommaschke für den „Artenschutz am Gebäude“ zuständig. Der Nabu organisiert eine breit angelegte Informationsreihe. Dabei werden Hausbesitzer, Wohnungsbaugesellschaften, aber auch Baufirmen über die rechtliche Situation des Naturschutzes aufgeklärt.

Nester, Eier und Vögel sind gesetzlich geschützt

„Viele wissen nicht, dass sowohl Nester, Eier als auch die Vögel geschützt sind und die Zerstörung von Nestern oder Eiern oder Vertreibung der Vögel verboten ist“, sagt Dommaschke. „Gerade durch die zunehmende energetische Sanierung von Gebäuden besteht die Gefahr, dass Nester zerstört werden. Zum Beispiel nisten Haussperlinge im Dachbereich.“

Darüber hinaus informieren Nabu-Mitglieder Hausbesitzer auch in Eigenregie über Vogelnester an ihren jeweiligen Fassaden.

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Die Schweizer Botschaft, sagt Dommaschke, überlege sogar, in der Nähe der Nester eine Lehmstelle anzulegen. Lehm ist wichtig für den Nestbau der Schwalben. „Dass an einem repräsentativen Botschaftsgebäude Schwalben nisten, ist ein großartiges Signal und zeigt, dass sich Artenschutz und anspruchsvolle Architektur keineswegs ausschließen“, sagt Dommaschke. Kotbretter unter den Nestern oder – etwa auf Balkonen – ausgelegte Pappe schützten effektiv vor Verschmutzung.

Während Mehlschwalben außen an Gebäuden nisten, etwa unter Dachüberständen oder an Balkonen, und sich auch in Innenstadtbezirken wohl fühlen, bauen Rauchschwalben ihre Nester in Innenräumen, etwa in Ställen oder Schuppen, aber auch unter Stegen. Die Bestände beider Arten sind rückläufig. In Berlin gibt es derzeit noch etwa 4000 Mehlschwalben- und 800 Rauchschwalbenpaare. Als ein Hauptgrund für ihren Rückgang gilt das Insektensterben. Es raubt die Nahrungsgrundlage des Vögel.

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