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Der Blick von der Dachterasse des Humboldt Forums. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
© Kitty Kleist-Heinrich

Ein demokratischer Blick auf die Stadt Dem Humboldt Forum kann man jetzt aufs Dach steigen

Am Samstag öffnen Terrasse und Restaurant auf dem Dach des Humboldt Forums für die Öffentlichkeit. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Berlin zeigt seinen Bewohnern und Besuchern immer neue Perspektiven. Am Samstag wird die Dachterrasse des Humboldt Forums eröffnet. Von dort aus sieht man die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten aus 30 Metern Höhe von allen vier Seiten glänzen. Bei einem Vorabrundgang am Mittwoch schien herrlich die Sonne auf die umstrittene Kuppel, deren Inschrift auch aus nächster Nähe nur bröckchenweise zu lesen ist.

Darunter präsentiert das Museum für Asiatische Kunst Höhlen mit buddhistischen Malereien aus der Oase Turfan in der uigurischen Provinz Xinjiang in China. Zwar sind die Bronzetafeln noch nicht fertig, die den Besuchern erläutern, welche Diskussionen es gegeben hat, aber der Text steht schon.

Er informiert darüber, dass die Kuppel, die von hier aus nächster Nähe zu besichtigen ist, erst zwischen 1844 und 1853 nach einem Entwurf von König Friedrich Wilhelm IV. und Friedrich August Stüler als neue Schlosskapelle als Kapelle entstanden ist und von Franco Stella jetzt rekonstruiert wurde.

Auf der Bronzetafel, die zu Füßen der Kuppel dort aufgestellt werden soll, distanzieren sich künftig alle Institutionen im Humboldt Forum „ausdrücklich von dem Allgemeingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt“.

Auch die Hinweisschilder auf die Sehenswürdigkeiten, die man von da oben sieht, sind noch in Arbeit. Aber es ist zu erwarten, dass sich vor dem einen Fahrstuhl, der die Gäste hoch und auch ins neue Restaurant „Baret“ bringt, bei schönem Wetter schon mal Schlangen bilden. Zeitschleusen kann man nicht buchen für den Terrassenbesuch, man stellt sich einfach unten an. Bei den Ausstellungsbuchungen gab es so viele Noshows, dass man es jetzt erstmal so probieren will.

Das Restaurant "Baret". Foto: Kitty Kleist-Heinrich Vergrößern
Das Restaurant "Baret". © Kitty Kleist-Heinrich

Die 1800 Quadratmeter große Terrasse ist, wie Hans-Dieter Hegner, der Vorstand Technik der Stiftung Humboldt Forum, erläuterte, barrierefrei.400 Besucher passen gleichzeitig auf das Dach, mehr sind nicht erlaubt wegen der möglichen „Entfluchtung“ im Alarmfalle, wie der technische Leiter erklärt.

Demokratisches Genuss-Angebot

Wer eine Reservierung fürs Restaurant hat, kommt unter Umständen schneller hoch. Das „Baret“ ist benannt nach der französischen Naturforscherin Jeanne Baret, einer Zeitgenossin der Humboldt-Brüder, die als erste Frau die Welt umsegelte. Es hat Platz für 144 Gäste. Wenn die Terrasse geöffnet ist, sind es 60 mehr.

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Allerdings will der Mannheimer Pächter Arthur Schuller auch Laufkundschaft mit Mittagstisch, Kaffee und Kuchen und abendlichen Hauptgerichten zwischen 18 und 32 Euro bewirten. Schließlich soll hier ein ausdrücklich demokratisches Genuss-Angebot entstehen. Der aus Argentinien stammende Küchenchef Octavio Oses will unter anderem Schwarzwurzeln mit Fenchelemulsion auf den Tisch bringen.

Nigerianischer Klangteppich

Auf der Terrasse gibt es auch Kunst zu betrachten. Schon zu sehen ist das Wandbild „Insurgentes Sur“, ein abstraktes goldenes Stadtpanorama der Silhouette von Berlins Partnerstadt Mexiko-Stadt, das an die koloniale Ausbeutung Lateinamerikas erinnern soll. Im Dezember kommt in der Süd-West-Ecke eine Klanginstallation dazu, die der nigerianische Künstler Emeka Ogboh aus dem Chorgesang des Volksliedes „Nne, Nne, Udu“ erstellt.

Weitere Skulpturen werden noch auf der Balustrade erwartet. Zu verdanken ist das einem Berliner Wunder: Die Kuppel, ursprünglich mit 15 Millionen Euro veranschlagt, hat nur 8,5 Millionen gekostet, sodass Spendengelder frei geworden sind für weitere Verzierungen.

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