"Arrivo Berlin" vermittelt Flüchtlinge an Betriebe

Ehrenamtliches Engagement in Berlin So können Sie Flüchtlingen konkret helfen

Betriebe, die einen Lehrling oder Mitarbeiter suchen, können sich an „Arrivo Berlin“ wenden, die Initiative vermittelt Flüchtlinge mit passendem Profil an Arbeitgeber weiter. Der Geflüchtete arbeitet zunächst als Praktikant für drei bis sechs Wochen und kann je nach Verlauf des Praktikums und Interesse beider Seiten übernommen werden. Betriebe melden sich bitte unter Telefon: 61 18 042, Mail: info@arrivo-berlin.de. „Arrivo!“ ist eine Initiative der Berliner Senatsarbeitsverwaltung, der Handwerkskammer Berlin und des Berliner Netzwerks für Bleiberecht „bridge“. Rechtlich wird zwischen einem Flüchtling und anderen Praktikanten kein Unterschied gemacht, sagt ein Sprecher des Unternehmensverbands Berlin-Brandenburg. Bei einem Praktikum kürzer als drei Monate muss also kein Mindestlohn gezahlt werden. Flüchtlinge sind sozialversicherungspflichtig wie jeder andere Arbeitnehmer auch.

Vor allem Handwerksbetriebe würden gern geflüchtete Menschen einstellen. Auch die Gastronomie, etwa eine große amerikanische Fast-Food-Kette, würden gerne mehr Flüchtlinge beschäftigen, sagt eine Mitarbeiterin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Sie empfiehlt auch das Projekt „Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen“ (IvAF).

Das macht jetzt die neue Koordinierungsstelle für Ehrenamtliche zugunsten von Flüchtlingen bei der Stiftung Gute Tat auf Bitten des Senats. Gerade werden Listen erstellt. Nachbarschaftsinitiativen, Willkommensvereine und Ähnliches mögen sich melden. Auch Bürger, die wissen wollen, wo was gebraucht wird, können anrufen, drei Kollegen sitzen am „Roten Telefon der Flüchtlingshilfe“: 39 08 83 99. Alle Infos unter www.berlin.de/buergeraktiv – bei den Datenbanken oder mit dem Stichwort „Flüchtling“. Man hofft auch auf die libanesische, die palästinensische und die syrische Community in Berlin. Es werden Betreuer für Kinder gesucht (ein erweitertes Führungszeugnis wird benötigt).
Es gibt zudem politische Initiativen wie www.aktionbleiberecht.de, www.fluechtlingsrat-berlin.de/mitarbeit.php oder auch www.wie-kann-ich-helfen.info. Manchmal hilft es schon, die Stimme zu erheben, statt still zu bleiben, wenn andere Flüchtlingen etwas missgönnen.

Die Stadtmission sucht Unterstützung engagierter Unternehmer

Not macht erfinderisch, erst recht die Berliner Stadtmission. Sie ist ja ein Tendenzbetrieb, sie darf also nur christliche Mitarbeiter anstellen. Nun gibt es aber Nada, eine „tolle muslimische arabischsprachige Kraft, die für uns alles macht, übersetzen, trösten, erklären“, sagt Sprecherin Ortrud Wohlwend. Deswegen sucht die Stadtmission jetzt eine Firma, gern aus der muslimischen Community, die Nada stellvertretend anstellt – und der Wohlfahrtsverband übernimmt die Kosten, um die Frau dann selbst einsetzen zu können. Engagierte Unternehmer, bitte melden – und eine E-Mail senden: fluechtlingshilfe@berliner-stadtmission.de.

Einen Erfahrungsbericht aus dem Zusammenleben mit einem Flüchtling in der eigenen Wohnung lesen Sie am Sonnabend in der gedruckten Ausgabe des Tagesspiegels auf Mehr Berlin.

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