Ein sogenanntes „Berlin-Forum“ soll Zukunftsstrategien für die Hauptstadt entwickeln. Foto: Paul Zinken/dpa
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Diskussionsforum für Stadtentwicklung Berlin soll eine Strategie bekommen

Magdalena Thiele
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Was braucht man für erfolgreiche Stadtentwicklung in Berlin? Die Stiftung Zukunft Berlin sammelt Ideen im "Berlin-Forum".

Wer nach Berlin will, hat oft einen Plan vor Augen. Doch wer hier ankommt, merkt schnell: In Berlin läuft vieles anders. Egal, ob es um Flughäfen, Verkehrssicherung oder Schulunterricht geht – vieles sträubt sich in der Stadt erheblich gegen jede Art fest gefügter Konzepte.

Trotz der Fragilität von Plänen versucht sich die Stiftung Zukunft Berlin nun daran, eine Zukunftsstrategie für die Hauptstadt zu entwickeln. Ein sogenanntes „Berlin-Forum“ soll Vertreter aus Politik und Gesellschaft dafür zusammenbringen. Aus dem Abgeordnetenhaus haben bereits alle Parteien ihre Teilnahme angekündigt.

Die Vorbereitung des Diskussionsforums hat am Freitagabend im Ver.di-Gewerkschaftshaus begonnen. Drei weitere Veranstaltungen, auf denen das Vorhaben erörtert werden soll, sind geplant. Der erste Abend widmete sich Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die These: Diese drei Bereiche seien die wichtigen Triebkräfte der Stadt und sollten künftig Priorität bei der Berliner Stadtentwicklung haben.

Geld alleine genügt nicht

„Wir wünschen uns, dass Kunst, Kultur und Wissenschaft im Stadtbild stärker sichtbar werden“, sagte Ex-Senator Volker Hassemer, seit vielen Jahren Vorstand der Stiftung Zukunft Berlin. Dafür müsse sich Berlin aber eindeutig zu Kunst, Kultur und Wissenschaft bekennen. Mit Geld alleine sei das nicht getan. Wenn Künstler und Wissenschaftler weiterhin in die Stadt kommen sollten, brauche es neue Räume, bezahlbare Mieten und endlich eine moderne städtische Infrastruktur.

Schnell waren sich Podium und Plenum über die Wichtigkeit der drei Bereiche einig. Weniger Einigkeit herrschte aber bei der Frage der Planbarkeit.

Kunst dürfe nicht zweckgebunden sein und Zukunft sei ein ständiger Prozess, der sich schlecht planen lasse, sagte Astrid Vehstedt, die Berliner Landesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Gerade in Berlin seien schon immer viele Dinge eingerissen worden, damit Neues entstehen könne.

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Berlin selbst brauche eigentlich keinen Plan, bemerkte HAU-Intendantin Annemie Vanackere. Jetzt habe man aber wohl doch einen Punkt erreicht, an dem geplant werden müsse, weil die Stadt verkauft werde und Immobilien und Freiräume knapp würden. Zu viel des Planens, so Vanackere, sei aber auch nicht gut.

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