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Juristin und Kunstsammlerin. Kimberly Emerson, die Frau des ehemaligen US-Botschafters. Thilo Rückeis
© Thilo Rückeis

Diplomaten-Frauen müssen meist gratis arbeiten Uninformiert beim Feueralarm

Am virtuellen Kaminfeuer diskutierten Frauen von Diplomaten im Aspen Institut über ihre Rolle, und was sich daran ändern muss.

Was müssen Regierungen ändern, um den Ehepartner:innen von hochrangigen Diplomaten besser gerecht zu werden? So ziemlich alles – finden Kimberly Emerson, die Ehefrau des früheren US-Botschafters John Emerson, und Jutta-Falke Ischinger, verheiratet mit dem ehemaligen deutschen Botschafter in Washington, Wolfgang Ischinger.

Vorschlag Backzirkel

Die beiden standen im Mittelpunkt des ersten virtuellen Kamingesprächs, zu dem die neue Direktorin des Aspen Instituts, Stormy-Annika Mildner, eingeladen hatte. Kimberly Emerson erzählte vom diplomatischen Vorbereitungskurs, in dem man ihr nahegelegt hatte, einen Backzirkel mit anderen Frauen zu gründen und den Dienstwagen bitte nicht ohne den Ehemann zu benutzen.

Debattenplattform gegründet

„Man ist gar nicht existent“, sagte Jutta-Falke Ischinger. Bei einem Feueralarm im Botschaftsgebäude sei sie die einzige gewesen, die nicht darüber informiert war, dass es sich um einen Probealarm handelte. Die Regierung solle endlich anfangen, Ehefrauen von Diplomaten dafür zu bezahlen, dass sie Public Relations für Deutschland machten, sagte Ischinger, die früher Journalistin war und eine Debattenplattform sowie eine Organspende-Organisation gegründet hat.

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Geist der 50er Jahre

Kimberly Emerson erzählte, sie habe nach dem Einführungskurs, in dem sie den kulturellen Geist der 50er Jahre verspürte, gezögert, ihrem Mann nach Deutschland zu folgen. Die Mutter von drei Töchtern ist Juristin und war Öffentlichkeitsarbeiterin in der Clinton-Regierung – eine Expertin also für Public Diplomacy. Sie hatte ihre Zeit in Deutschland auch genutzt, um sich immer wieder für Human Rights Watch stark zu machen.

Stumme Männer-Mikros

Und so war es eigentlich ein ganz naheliegender Vorschlag zur ausgleichenden Gerechtigkeit, den Jutta Falke-Ischinger im Hinblick auf den noch verwaisten Posten des amerikanischen Botschafters in Deutschland parat hatte: „Du solltest morgen anfangen, Kimberly“, sagte sie. Die beiden Ehemänner und ehemaligen Botschafter ließen ihre Mikros stumm geschaltet und übten sich im Zuhören.

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