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Ex-Bild-Chef Julian Reichelt regt sich mal wieder über Genderfragen auf. Foto: imago images/Norbert Schmidt
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Die „Zwangsmaus“ indoktriniert die Kinder Julian Reichelt pöbelt gegen „Sendung mit der Maus“-Beitrag zu Transsexualität

Die Woke-Kultur wolle Andersdenkende einschüchtern, glaubt Julian Reichelt – und leugnet dabei selbst die Existenz von Transsexuellen. Eine Glosse.

Er hat es wirklich nicht leicht, dieser Julian Reichelt. Erst wird der Berliner als Chefredakteur der „Bild“ weggecancelt. Und jetzt auch noch das: Die „Sendung mit der Maus“ klärt unschuldige Kinder im Zuge der Woke-Propaganda über das Thema Transsexualität auf.

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Als einer der letzten Verteidiger der guten alten Welt, in der Menschen, die nicht „der Norm“ entsprachen, noch ordentlich diskriminiert wurden, war Reichelt quasi verpflichtet, sich öffentlich zu äußern, und schrieb auf Twitter: „Die Zwangsmaus und die Öffentlich-Rechtlichen wollen, dass wir uns nicht mehr trauen, Dinge zu sagen, von denen wir wissen, dass sie wahr sind. Sie wollen uns einschüchtern und erziehen, bis wir aus Furcht Fakten verleugnen: Jungs sind Jungs, Mädchen sind Mädchen.“

Reichelt leugnet also, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich einem anderen Geschlecht als dem, das in ihrer Geburtsurkunde steht, zugehörig fühlen. Oder zumindest spricht er ihnen das Recht ab, dieses öffentlich zu äußern. Man könnte das als bloße Provokation abtun. Aber es ist ein Affront den Menschen gegenüber, die seit vielen Jahren für ihr Recht auf Anerkennung und Selbstbestimmung kämpfen.

Daneben hat der Ausdruck „Zwangsmaus“, mit dem Reichelt auf die „Zwangsgebühren“ der Öffentlich-Rechtlichen anspielt, durchaus Potenzial für das Unwort des Jahres – wobei man sich bei der Flut solcher Kommentare Reichelts schon fragen muss, ob man nicht eher von „Zwangsjulian“ sprechen sollte.

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Immerhin ist „Deutschlands frechster Arbeitsloser“, wie ein Twitter-Nutzer es formulierte, in guter Gesellschaft: Jüngst polterte Russlands Despot Wladimir Putin gegen die Cancel-Culture des Westens, der auch Autorin J.K. Rowling zum Opfer gefallen sei. Sie hatte sich transfeindlich geäußert.

Die Social-Media-Redakteur:innen der „Maus“ reagierten übrigens sehr diplomatisch auf Reichelts Kommentar. Sie antworteten: „Auch als erwachsene Person kann man bei uns noch viel lernen zu relevanten Themen wie z.B Toleranz. Die Maus ist dazu da den Horizont für Groß und Klein zu erweitern.“

Vielleicht sollte auch Wladimir Putin mal einen Blick in die Sendung werfen.

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