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Mehr als 15.000 Zuschauer haben sich laut Polizei am Sonntag bei der Solidaritätskundgebung "Sound of Peace" am Brandenburger Tor versammelt. Auf der Bühne treten zahlreiche bekannte Künstler auf und demonstrieren ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine. Foto: Joerg Carstensen/dpa
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Update Deutsche Pop-Szene mobilisiert für die Ukraine Mehr als 15.000 Menschen bei „Sound of Peace“ am Brandenburger Tor

Künstler wie Westernhagen, Clueso und Silbermond haben in Berlin ein Konzert für die Ukraine gespielt. Es kamen Spenden in Höhe von 6,5 Millionen Euro zusammen.

Mit einer großen Solidaritätskundgebung haben Kulturschaffende am Sonntag in Berlin vor Tausenden Menschen ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine demonstriert. Auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor liefen von mittags bis in den späten Abend rund 50 Auftritte.

Die Friedensaktion „Sound of Peace“ sollte nach dem Willen der Veranstalter „Europas größte musikalische Kundgebung“ gegen den Krieg werden. Angemeldet waren 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Polizei, nach eigenen Angaben mit rund 900 Kräften im Einsatz, schätzte die Menge auf mehr als 15.000 Menschen.

Viele kamen mit Plakaten, auf denen sofortiger Frieden gefordert wurde. Häufig zu sehen waren Blau und Gelb, die Farben der Ukraine. Ziel von „Sound of Peace“ sollte es sein, viele Spenden zu sammeln, um die Opfer des Krieges in der Ukraine zu unterstützen. Bis zum Abend kamen dabei nach Angaben der Veranstalter 6,5 Millionen Euro zusammen. Der RBB sprach bei einer Live-Übertragung am Abend von mehr als 8 Millionen Euro.

Mit dabei war auch Natalia Klitschko, Frau des Bürgermeisters von Kiew und Ex-Profiboxers Vitali Klitschko. „Nur zusammen schaffen wir Frieden“, sagte sie mit Dank an die Menschen auf der Straße des 17. Juni. Anschließend sang Klitschko mit „Better Days“ ein „neues Lied für mein Land“.

Klitschko bedankte sich für die Unterstützung. „Was meinem Land jetzt passiert, ist furchtbar“, sagte sie am Rande der musikalischen Friedensdemonstration. „Es ist wichtig, die Massen zu sehen, die hier zusammenkommen. Es ist wichtig zu sehen, dass die ganze Welt für die Ukraine steht“, sagte sie. Es gehe darum, den Krieg in ihrem Land so schnell wie möglich zu beenden. „Mit Zusammenhalt, wenn wir alle aufstehen, werden wir das erreichen.“ Die Ukraine kämpfe derzeit für alle Menschen, „für Frieden in der ganzen Welt“, sagte Klitschko. Mit Schalten aus der Ukraine und auf der Bühne kamen immer wieder auch andere Menschen aus dem Land zu Wort.

Natalia Klitschko, die Ehefrau des Kiewer Bürgermeisters und Ex-Boxweltmeisters Vitali Klitschko, sang bei der Kundgebung ein Lied für ihre Heimat. Foto: Joerg Carstensen/dpa Foto: Joerg Carstensen/dpa Vergrößern
Natalia Klitschko, die Ehefrau des Kiewer Bürgermeisters und Ex-Boxweltmeisters Vitali Klitschko, sang bei der Kundgebung ein Lied für ihre Heimat. Foto: Joerg Carstensen/dpa © Joerg Carstensen/dpa

Auf der Bühne gab es immer wieder Beiträge, in denen die Situation in der Ukraine und von Flüchtlingen dort und weltweit beschrieben wurde. Musikerinnen und Sänger gaben sich das Mikrofon in die Hand. Marius Müller-Westernhagen sang begleitet von Tausenden Stimmen seinen Song „Freiheit“, Peter Maffay stimmte unter Jubel „Über sieben Brücken“ an. Pascal Kravetz sang „Wozu sind Kriege da“, den Song, den er 1981 mit Udo Lindenberg gesungen und berühmt gemacht hatte.

Der Geiger David Garrett spielte, Michael Patrick Kelly läutete eine Schweigeminute für den Frieden ein. Clueso sang, einen Song auch zusammen mit der ukrainischen Grundschullehrerin Katharina. Fury in the Slaughterhouse war dabei, ebenso wie In Extremo, Mia., Mine, Revolverheld, Sarah Connor, Silbermond, The BossHoss und Zoe Wees. Übertragen wurde alles von ProSieben und Sat.1, auch andere Programme sendeten zeitweise live aus Berlin.

„Wir machen das schon seit 20 Jahren, aber das hier ist schon eine außergewöhnliche Stimmung, die wir so auch vielleicht noch nicht erlebt haben“, sagte Johannes Strate, Sänger von Revolverheld, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Leute wollen zeigen, dass es hier heute um Frieden und die Liebe geht.“ Mark Forster sagte der dpa: „Wir sind alle davon überzeugt, dass dieser Krieg nicht notwendig ist und unnötig Menschen sterben. Wenn man das auch mit so einer Aktion wie heute irgendwie positiv beeinflussen kann, dann bin ich dafür gerne da.“

Auf der Bühne am Brandenburger Tor stand am Nachmittag unter anderem der Sänger Mark Forster. Foto: Joerg Carstensen/dpa Vergrößern
Auf der Bühne am Brandenburger Tor stand am Nachmittag unter anderem der Sänger Mark Forster. © Joerg Carstensen/dpa

Auf der Bühne gab es immer wieder Beiträge, in denen die Situation in der Ukraine und von Flüchtlingen dort und weltweit beschrieben wurde. Auftreten sollten bis zum Abend unter anderem Marius Müller-Westernhagen mit seinem Song „Freiheit“, der Geiger David Garrett, Clueso, Michael Patrick Kelly, Fury in the Slaughterhouse, In Extremo, Mia., Mine, Peter Maffay, Revolverheld, Sarah Connor, Silbermond, The BossHoss und Zoe Wees.

Die Fernsehsender ProSieben und Sat.1 übertrugen die Friedenskundgebung vom Nachmittag an live auf beiden Programmen und wollten bis in den Abend hinein dabeibleiben. Auch andere Sender hatten Übertragungen angekündigt.

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Kulturstaatsministerin Claudia Roth nannte die Kundgebung ein deutliches Zeichen der Unterstützung gegen den Krieg. „Das ist unfassbar wichtig, weil es ein Signal der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine ist“, sagte die Grünen-Politikerin der dpa am Rande der Veranstaltung. „Die Musik überwindet alle Grenzen, bringt Menschen zusammen, Musik gibt Hoffnung, gibt Kraft gegen diejenigen, die Hass und Gewalt und Mord und Tod mit sich bringen.“

Es sei wichtig, dass die deutsche Popkulturszene auf der Bühne Gesicht zeige und die Stimme erhebe „für den Frieden, für das Leben“. Das zeige noch einmal, wie wichtig Kunst und Kultur seien, „gerade dann, wenn es um Leben und Tod geht, wenn es um einen Krieg geht, der zwei Stunden Luftlinie von hier entfernt tobt“, so Roth.

Wichtig sei, dass auch russische Künstlerinnen und Künstler dabei seien. „Es wäre verheerend, wenn wir jetzt in einen Kulturboykott geraten würden.“ Auch russische und belarussische Künstler und Künstlerinnen seien für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen. „Lasst uns die Kultur gemeinsam verstehen als etwas, wo die Menschen zusammenkommen, wo man Kraft schöpfen kann und wo die Gemeinsamkeiten ihre Bedeutung bekommen“, sagte Roth. (dpa)

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