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Menschen in einer U-Bahn tragen in Zeiten der Coronapandemie Mund-Nasen-Schutz. Seit Juli 2020 ist das in Berlin Pflicht, seit April 2021 muss eine FFP2-Maske getragen werden. Foto: imago images/Frank Sorge
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Exklusiv Corona-Maßnahmen im Berliner Nahverkehr Mehr als eine halbe Million Euro Bußgelder gegen Maskenmuffel

Seit Beginn der Maskenpflicht wurden fast 170.000 Verstöße festgestellt. Die BVG sieht weiter eine hohe Disziplin. Mehr als 97 Prozent trügen die Maske.

Maske tragen in Bus und Bahn gehört seit mehr als einem Jahr zum Berliner Pandemie-Alltag. Erst gingen auch Schal oder Stoff, nun nur noch die FFP2-Maske – doch nicht jeder hält sich daran.

Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hat seit Beginn der Maskenpflicht im Juli 2020 fast 170.000 mal auf Verstöße hingewiesen. Das teilte ein Sprecher auf Anfrage des Tagesspiegel mit. Zum Vergleich: Vor der Pandemie wurden jeden Tag 3,5 Millionen Passagiere von der BVG transportiert.

Insgesamt wurde seither 10.455 mal ein Bußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht erhoben. Theoretisch sind auch höhere Strafen von bis zu 500 Euro möglich, die wurde aber noch nicht umgesetzt. Das ergibt eine Bußgeldsumme von mehr als einer halben Million Euro.

In den vergangen Monaten ist die Zahl der Bußgelder nicht gestiegen. Im April wurden 533 verhängt, im Mai 1156, im Juni 554 und im Juli bisher 225. Die erhöhte Zahl im Mai könnte unter anderem mit der Einführung der FFP2-Maskenpflicht im April zusammenhängen.

Die BVG widerspricht auf Anfrage Mutmaßungen, wonach immer mehr Berliner in Bus und U-Bahn keine Maske tragen würden. Auch den Tagesspiegel erreichen dazu täglich neue Lesermails, die auf angeblich fehlende Kontrollen hinweisen und in Einzelfällen nachlassende Masken-Disziplin anprangern.

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Laut BVG liegt die Zahl der Träger aber weiterhin zwischen 97 und 99 Prozent der Kunden. Die Zahlen würden tagesaktuell erhoben, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Die BVG widersprach auch dem Vorwurf, dass zu wenig kontrolliert würde. 200 Mitarbeiter seien dafür im Einsatz.

Auf Twitter schrieb ein Mitarbeiter des PR-Accounts der BVG auf den Vorwurf, die Maskenpflicht werde kaum noch kontrolliert: „Die kontrollieren wir weiterhin mit über 200 Kolleg:innen vom Sicherheitspersonal. Aber weil die nicht überall sein können, sind wir auch weiterhin auf etwas Menschenverstand angewiesen. Und der lässt offensichtlich nach.“

Ein Sprecher stellte jedoch klar, dass der letzte Satz sich auf den konkreten Fall beziehen würde und kein nachweisbarer Trend sei.

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