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Während der Coronapandemie stehen die Diskokugeln still.  Foto: dpa
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Club will keine „Opfer für die Allgemeinheit“ mehr erbringen Veranstalter rechtfertigt illegale Corona-Party ohne Masken und Abstand

Nachdem die Polizei eine Feier mit 60 Menschen in Lichtenberg aufgelöst hat, äußert sich der Club „Velvet Monkey“. Sie seien es leid, Opfer zu bringen.

Am 22. November gegen 9 Uhr morgens hatte die Polizei eine Party in der Herzbergstraße in Lichtenberg aufgelöst. 130 Gäste sollen ohne Sicherheitsabstand und Masken gefeiert haben. Die "Erlebnisgastronomie Velvet Monkey" rechtfertigte sich nun in einem Facebook-Statement. Dieses war eine Zeitlang öffentlich, wurde dann gesperrt. 

Demnach sei es eine Geburtstagsparty mit 60 Personen und unter Hygieneregeln gewesen. "Wir haben für die Allgemeinheit Opfer gebracht und seit 9 Monaten unseren Betrieb geschlossen gehalten, all unsere finanziellen Möglichkeiten sind erschöpft. Wir sehen, dass alles, was wir in den letzten 25 Jahren hart erarbeitet haben, gerade an die Wand donnert." 

Zudem sei es besser, wenn die Leute ihre Party bei ihnen im Club feierten, als zuhause in abgeschlossenen Kellerräumen, schreibt der Club. Laut Coronaverordnung der Senatskanzlei sind jedoch bis 22. Dezember Kultur- Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen verboten. 

Öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen mit nicht mehr als 50 Personen stattfinden, wenn ein Hygienekonzept vorliegt. Private Zusammenkünfte sind mit maximal fünf Personen erlaubt.

Zum Zeitpunkt der aufgelösten Feier waren es noch zehn. Der Senat hat die Corona-Regeln am Donnerstag, 26. November, erneut nachgeschärft. Die 60 Gäste überstiegen die Zahl trotzdem bei Weitem.

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Sie hätten "keimtötende UVC-Lampen" angebracht, Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Schutz verteilt sowie die Kontaktdaten der Teilnehmenden notiert, schreibt Velvet Monkey.

Velvet Monkey hat keine Genehmigung für Clubbetrieb

Das mit dem 1,5 Meter Abstand habe sich allerdings "schwer bis gar nicht umsetzen" lassen. Laut Stadtrat Kevin Hönicke (SPD) hat das "Velvet Monkey" keine Genehmigung, einen Club zu betreiben. 

Mit einem Hand-Laser-Thermometer sei die aktuelle Körpertemperatur der Gäste dokumentiert worden, erklären die Veranstalter. "Dies war bestimmt die sichersten Geburtstags Party mit 60 Gästen." Ob UV-Lampen wirklich Covid-19 Viren töten, ist mehr als fraglich

Sie seien weder unsozial, noch Querdenken, also keine Corona-Skeptiker, so der Club weiter. Aber es gehe hier um Musik, Kultur und Kunst. Sie seien zu erschöpft, um weiter "Opfer für die Allgemeinheit" zu erbringen. 

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