Im Zuge der Erneuerung der City West soll auch der Hardenbergplatz aufgefrischt werden. Foto: Kai-Uwe Heinrich
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City-West Neue Pläne am Bahnhof Zoo

Ladestationen für E-Autos, Fahrradparkhaus und Carsharing-Stationen - so stellt sich Charlottenburgs Baustadtrat die Zukunft des Hardenbergplatzes vor.

Der Charlottenburger Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoo soll zum zukunftsweisenden „Mobilitätszentrum“ mit großem Fahrradparkhaus, Car-Sharing-Stationen und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge werden — aber auch zu einem „urbanen Teil der Stadt“, der nicht mehr nur vom Verkehr geprägt ist. Entsprechende Ideen stellten der Unternehmerverein Arbeitsgemeinschaft City und Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) am Donnerstag vor. Über Einzelheiten will man bald bei der gemeinsamen Veranstaltung „Wachsende Stadt City West und Verkehr der Zukunft“ beraten (am 4 April ab 9.30 Uhr im Festsaal des Rathauses Charlottenburg, Anmeldung per E-Mail an r.schubert@agcity.de).

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte im Juli 2018 ein Bebauungsplanverfahren mit dem vergleichbaren Ziel einer „Mobilitätsdrehscheibe“ gestartet. Laut Sprecherin Petra Rohland steht man kurz davor, eine „verkehrliche Untersuchung“ in Auftrag zu geben, um die Machbarkeit einiger Überlegungen zu prüfen – darunter auch eine Straßenbahnlinie. Das Gutachten soll im Herbst vorliegen.

Ob Senatsvertreter im April mit den Unternehmern und Bezirkspolitikern diskutieren werden, scheint dagegen fraglich. Der Workshop ist der fünfte zur „Wachsenden Stadt City West“. Bisher sei nie ein Senatsvertreter den Einladungen gefolgt, sagte AG-City-Vorstandsmitglied Gottfried Kupsch.

Aber auch der Verein und der Bezirk sind sich „nicht in jedem Detail einig“, wie Stadtrat Schruoffeneger sagte. Er hält weiterhin nichts von dem fünf Jahre alten Vorschlag der AG City und des Architekten Christoph Langhof, mitten auf dem Hardenbergplatz einen 209 Meter hohen Wolkenkratzer zu errichten. Auch mit ihrer Forderung nach einer Tiefgarage sind die Geschäftsleute abgeblitzt. Durch Neubauten würde „eine enorme Wertschöpfung“ entstehen, argumentieren sie. Mit daraus gewonnenen Mitteln könnte das Mobilitätszentrum finanziert werden.

AG City ärgert sich über das Baukollegium

Grundsätzliche Kritik am Berliner Baukollegium übte der AG-City-Vorsitzende Klaus-Jürgen Meier. Eigentlich solle das von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher geleitete Gremium nur Empfehlungen zu Bauprojekten aussprechen. In der Praxis gelte aber: „Alles, was dort durchfällt, ist de facto tot.“ Damit spielte Meier besonders auf das abgelehnte Hochhausprojekt der Signa-Gruppe auf dem Gelände von Karstadt am Kurfürstendamm an.

Inzwischen gibt es schon wieder neue Hochhauspläne in Charlottenburg. Nach Kenntnis von Gottfried Kupsch will die Eigentümerfamilie des Motel One-Gebäudes in der Kantstraße neben dem Bahnhof Zoo das Hotel in ein paar Jahren abreißen – ebenso wie das Parkhaus in den oberen Etagen. Entwürfe für zwei Türme an gleicher Stelle soll der Architekt Benedict Tonon bei einem Treffen mit AG-City-Vertretern vorgestellt haben. Tonon hatte bereits den jetzigen Gebäudekomplex mit dem 2007 eröffneten Motel One gestaltet. Im Herbst 2017 zog nebenan das Arthouse-Kino Delphi Lux ein. Er habe gehört, dass „das Kino bleiben kann“, sagte Kupsch.

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