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Hier darf es gerne auch mal etwas bunter sein, wie diese Gruppe in Neonfarben zeigt. Doch immer dabei: Eine politische Botschaft. Foto: dpa
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Update Christopher Street Day 2013 in Berlin Schwule und Lesben demonstrieren für mehr Toleranz

Nele Pasch

Die Parade zum 35. Christopher Street Day ist gestartet, tausende Lesben und Schwule demonstrieren gegen Diskriminierung. Der CSD scheint in diesem Jahr wieder politischer zu sein als in den Vorjahren. Lesen Sie hier ein paar Stimmen vom CSD.

Tausende Schwule und Lesben haben in Berlin mit einer großen Straßenparade zum Christopher Street Day (CSD) gegen gesellschaftliche Diskriminierung demonstriert. Unter dem Motto „Schluss mit Sonntagsreden“ zogen sie am Samstag vom Kurfürstendamm in Richtung Brandenburger Tor. Am Straßenrand verfolgten zehntausende Schaulustige das Spektakel mit gut 50 Wagen und dutzenden Fußgruppen.
Zu den CSD-Forderungen gehören eine rechtliche Gleichstellung von Regenbogenfamilien und die Trennung von Kirche und Staat. Das bunte Spektakel, das zum 35. Mal durch die Hauptstadt zog, war lange nicht mehr so politisch. Die CDU durfte diesmal mit keinem eigenen Wagen mitfahren. Wegen ihres Kurses bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben war die Partei im Vorfeld von den Veranstaltern ausgeschlossen worden. Allerdings ist der Verband der Lesben und Schwulen in der CDU mit einem Wagen dabei.

Auch der amerikanische Botschafter Philip Murphy ist unterwegs

Bei der Eröffnung der Parade sprach auch der amerikanische Botschafter in Berlin, Philip Murphy. Er freute sich, dass Lesben und Schwule in Berlin so ausgelassen feiern. "Wir müssen aber auch daran erinnern, dass das nicht in jedem Land möglich ist und dass wir noch weit gehen müssen", sagte er. Auch die Botschafter Kanadas, Groß Britanniens, der Niederlande und von Israel nahmen an der Eröffnung teil.

Bereits vor dem Beginn der Parade zum Christopher Street Day am Kurfürstendamm war die Stimmung sehr gut, die Menschen feierten ausgelassen zu lauter Musik und hatten sich in Schale geschmissen: Eidechsen, Pferde - in allen möglichen Verkleidungen sind sie unterwegs.

An der Spitze der Parade fährt ein Wagen eines russischen Vereins. Mit Plakaten, auf denen "To Russia with love - stop homophobia" steht, demonstrieren die Menschen für die freie Liebe und gegen Diskriminierung von Lesben, Schwulen in Russland.

Ein als Mary Poppins verkleideter Teilnehmer bestätigte diesen ersten Eindruck, dass der CSD in diesem Jahr wieder politischer ist: "Das ist hier keine reine Partyveranstaltung", sagt er. "Für mich ist Toleranz das wichtigste Thema, denn ich mache immer wieder diskriminierende Erfahrungen und dagegen will ich demonstrieren."

Aus allen Bundesländern kommen die Besucher zum CSD nach Berlin

Manche Teilnehmer sind extra für den CSD von weiter her angereist: Peter Jungblut aus München kritisierte besonders die schwarz-gelbe Regierung bei ihrem Kurs zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben: "Ich finde es eine Frechheit, dass sich die schwarz-gelbe Koalition vom Bundesverfassungsgericht treiben lassen", sagte der 51-Jährige.

Auch Kathrin Schultz, Geschäftsführerin des Berliner schwul-lesbischen Jugendnetzwerkes "Lambda" war begeistert von der politischen Stimmung des diesjährigen CSD: "Ich bin stolz, bei diesem CSD dabei zu sein, denn wir brauchen gerade im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit noch mehr Geld für schwul-lesbische Projekte. Dafür gehe ich auf die Straße", sagte sie.

Auf dem alternativen Christopher Street Day, geht es etwas gemütlich zu. Hier sind um die 3500 Menschen unterwegs. Vom Startpunkt am Platz der Luftbrücke geht es durch Kreuzberg. Die Forderungen der Besucher sind politisch: mehr Toleranz und mehr gleiche Rechte für homosexuelle Paare. Während des Zugs werden immer wieder politische Redebeiträge gehalten. Eine Abschlusskundgebung soll gegen 20 Uhr stattfinden.

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