Von fahrenden U-Bahnen können die Berliner am Freitagmorgen nur träumen. Foto: Christoph Soeder/dpa
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BVG-Streik am Freitag So bleiben Sie trotz des Warnstreiks mobil

Die meisten Berufstätigen kommen nicht am Warnstreik vorbei. Hier ein paar Tipps, wie Sie durch die Stadt kommen.

Berlin steht vor einem „mittleren Chaos“, schätzt die BVG. Drei Millionen Fahrgäste befördert sie im Schnitt pro Tag, die S-Bahn etwa 1,4 Millionen. Die drei Millionen von der BVG passen nicht zusätzlich in die Züge, das steht fest. Immerhin will es die S-Bahn schaffen, am Streiktag zwischen 5.30 Uhr und 14 Uhr 50 zusätzliche Fahrten als Verstärker auf zwei Strecken zu schicken, nämlich die S1 (Wannsee-Oranienburg) und die S5 (Strausberg–Westkreuz). In diese 50 Fahrten passen 50.000 Menschen. Was machen die anderen 2,95 Millionen? Wir haben nach Möglichkeiten gesucht.

TAXI FAHREN

Rund 8000 Taxis hat Berlin, davon sind 6500 über dasselbe Callcenter organisiert – doch wer eins vorbestellen will, hat schlechte Karten. „Wir können keine verbindlichen Vorbestellungen annehmen“, sagte Hermann Waldner, Geschäftsführer der vier großen Berliner Taxianbieter. Zwar könne man vorbestellen, „und wir tun natürlich, was wir können, meist klappt es“, sagt Waldner. „Wenn Sie sich aber einen Tag wie diesen vorstellen – dann ist es einfach nicht möglich, einen Wagen zu garantieren. Es wird nicht genug freie Autos geben.“

MIETWAGEN

Beim Carsharing-Anbieter Car2Go hat man vor, die rund 1200 im Stadtgebiet verteilten Fahrzeuge betriebsbereit zu halten und zu betanken. Allerdings kann das Car2go nur 20 Minuten im voraus reserviert werden – länger wird teuer. Seit November kann die Reservierung für 1,90 Euro um 15 Minuten verlängert werden, und das beliebig oft. Konkurrent Drive Now war nicht zu erreichen, ebensowenig der Mietradanbieter Nextbike.

Der Carsharing-Anbieter Drivy hat den Streik als PR-Gelegenheit genutzt: Neukunden bekommen 30 Euro gutgeschrieben. Der durchschnittliche Tagespreis eines Drivy-Autos liege bei 29 Euro, teilte das Unternehmen mit. Seit Bekanntgabe des Streiks sei eine gestiegene Nachfrage festzustellen.

CHAUFFEURDIENSTE

Und wenn man zum Flughafen muss? Sollte man zumindest mehr Zeit für die Anreise einplanen. Neben Taxis gibt es private Chauffeurdienste, die nicht viel mehr kosten, etwa Blacklane oder Mydriver. Blacklane teilte auf Anfrage mit, es sei noch keine nennenswerte Steigerung bei den Buchungen erkennbar. Wer eine Fahrt etwa zum Flughafen benötige, könne in der Regel bedient werden, es brauche aber mindestens eine Stunde Vorlaufzeit. Die Fahrt zum Flughafen ist das Kerngeschäft von Blacklane.

FAHRGEMEINSCHAFTEN

Ob wenigstens der Berlkönig in Betrieb ist? „Theoretisch ja, da die Mitarbeiter keine Beschäftigten der BVG sind“, sagt BVG-Sprecher Markus Falkner, aber: „Praktisch weiß man es nicht, denn die Wagen stehen auf Grundstücken der BVG.“

Der Berlkönig ist das BVG-Angebot zur Bildung von Fahrgemeinschaften. Solche lassen sich aber auch über andere Apps bilden. Apropos Fahrgemeinschaften: Wohl dem, der solche privat bilden kann.

WAS GEHT

Die Fähren fahren. Aus Kladow kommt man am Freitag also gut weg, mit der F10 rüber nach Wannsee und dann mit der S-Bahn oder Regionalbahn weiter in die Stadt. Auch von Wendenschloss kommt man weg, mit der F12 nach Grünau. Im Rest der Stadt ist das schwieriger, nämlich überall da, wo keine S-Bahn fährt.

Acht Stunden will Verdi streiken, von Betriebsbeginn bis mittags um 12 Uhr. Bislang hat es erst zwei Treffen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern gegeben. Gerüchte, dass der Streik angeblich länger dauern könnte als die bereits vor Tagen angekündigten acht Stunden, dementierte die Gewerkschaft am Donnerstag. Allerdings werden Fahrgäste mittags um 12 Uhr keinen fahrplanmäßigen Betrieb erwarten dürfen. Bis sich alles eingependelt und -getaktet hat, vergehen mindestens zwei Stunden.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Streik bei der BVG können Sie ab Freitagmorgen auch in unserem Liveblog verfolgen.

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