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Kaffehausketten-Chef. Georg Harenberg eröffnete die erste Caras-Filiale 1999 in Berlin. Foto: Erik Weiss/Caras
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Bürgschaft rettet Berliner Kaffeekette Dank 350.000 Euro kam Caras durch die Krise

Über die stille Beteiligung der Bürgschaftsbank wurde das Berliner Unternehmen wieder kreditwürdig. Wie es derzeit läuft, erzählt der Caras-Chef.

Einen Kaffee auf der Café-Terrasse genießen – das geht seit einiger Zeit wieder. Und doch ist es für die Gastronomie, ähnlich wie für den Handel, trotz der Pandemie-Lockerungen weiterhin nicht einfach. Ein Beispiel: Die Berliner Kaffeehaus-Kette Caras. 1999 eröffnete Georg Harenberg die erste Filiale am Ku’damm, inspiriert worden war er Anfang der 90er Jahre, als er in den Semesterferien einen USA-Trip von New York nach San Francisco unternommen hatte.

In Chicago habe er damals die erste Starbucks-Filiale gesehen und gedacht: „Das möchte ich auch machen.“ Ein paar Jahre später verwirklicht er diesen Traum, gibt seinen Unternehmensberater-Job auf.

Daraus werden im Laufe der Zeit fünf Filialen mit derzeit 70 Beschäftigten in Berlin, vor Corona waren es 100 Mitarbeitende. Doch die Pandemie machte Harenberg und seinen Leuten zu schaffen: Im Lockdown mussten die Filialen schließen, der Geschäftsführer spricht von bis zu 100 Prozent Umsatzverlusten in dieser Zeit.

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Das Coffee-to-go-Geschäft konnte das nicht auffangen: Die Touristen und Büroangestellten fehlten, die dort morgens, mittags und abends ihren Kaffee und ihre Sandwiches orderten.Wie so viele andere Gastronomen in Berlin, hat Harenberg auch einen KfW-Kredit zur Liquidiätssicherung aufgenommen, um laufende Kosten wie Miete und Gehälter weiter bezahlen zu können.

Doch die Sache mit den KfW-Krediten hat einen Haken, wie Steffen Hartung, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Berlin, weiß: „Viele Unternehmen haben in den vergangenen Monaten der Krise ihr Eigenkapital aufgebraucht und haben Verluste mit KfW-Krediten, sprich mit Fremdkapital, ausgeglichen“, erklärt er. Die Folge: Überschuldungen. Einige stünden nun kurz vor der Insolvenz.

Durch die Beteiligung der Bürgschaftsbank steigt das Unternehmen in der Kreditwürdigkeit

In solchen Fällen kommt die Bürgschaftsbank zum Einsatz, die seit 1957 in Berlin existiert. Sie vergibt keine Kredite, sondern ermöglicht welche, indem sie sich für die Unternehmen bei der Hausbank verbürgt oder sich über ihre Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) beteiligt. Wie im Fall Caras: Hier hat sie Georg Harenberg eine stille Beteiligung von 350 000 Euro zur Verfügung gestellt.

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Das Geld gilt als Eigenkapital, so dass Harenbergs Unternehmen im Ranking in der zukünftigen Kreditwürdigkeit wieder steigt.„Die 350 000 Euro haben wir auch komplett gebraucht“, sagt der Caras-Chef. Nun wartet er auf die nächste Tranche der Überbrückungshilfe. „Durchhalten ist jetzt angesagt“, macht sich Harenberg und seinen Beschäftigten Mut.

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