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Rebecca Böde mit einem ihrer Pferde. Foto: privat
© privat

Was ist eine Reittherapie? "Meine Pferde nehmen Ängste"

Wenn Kinder und Erwachsene Hilfe benötigen, dann holt Rebecca Böde ihre Tiere aus dem Stall. Ein Gespräch über Trost, Vertrauen - und Berlins beste Reit-Orte.

Diese Frau kennt sich gut mit Pferden aus. Denn sie setzt die Tiere in ihrer täglichen Arbeit ein: Rebecca Böde, 49, ist Reittherapeutin aus Berlin. Hier spricht sie im Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau über ihre Tiere, wem sie hilft und was sie mit Spandau verbindet.

Frau Böde, wo stecken Sie gerade?
„Im Zweifelsfall immer zwischen Sattelkammer, Paddock und Reithalle, aber nie mit dem Kopf im Heu, so wie meine Pferde es gerne tun.“

Sie arbeiten mit Pferden und bieten eine Reittherapie an. Kurz und knapp: Was machen Sie da?
„Ich unterstütze – in aller Kürze gesagt – Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten, sowie Erwachsene mit Depressionen und Ängsten. Aber manch einer kommt inzwischen einfach auch nur, weil es so gut tut, mit Pferden zusammen zu sein. Die Bewegung an der Sonne und frischen Luft sowie eine sinnhafte Tätigkeit machen Freude. Dabei werden Glückshormone ausgeschüttet.“

Ihr Job nennt sich?
„Ich bin staatlich anerkannte Kinderpflegerin und Erzieherin, Reittherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie.“

Wer kommt zu Ihnen?
„Meine Klienten sind zwischen 4 und 70 Jahre alt und kommen aus allen Teilen der Stadt in und rund um Berlin. In Gatow hatte ich mein erstes Pferd zu stehen, bin aber 2019 umgezogen nach Nauen, weil ich dort mein Herzenspferd, den Rappen „Snowy“, gekauft habe und gleich dort blieb, weil es so schön war. Auf dem Müllerhof in Berge betreibe ich nun als Einsteller eine kleine Reittherapie.“

Die Rieselfelder in Berlin-Gatow: Hinten die Großsiedlung Heerstraße Nord in Staaken. Der Bereich oben links gehört schon zu Brandenburg. Foto: Rico Ketzer Vergrößern
Die Rieselfelder in Berlin-Gatow: Hinten die Großsiedlung Heerstraße Nord in Staaken. Der Bereich oben links gehört schon zu Brandenburg. © Rico Ketzer

Sie sprechen oft von Ihrem „Partner“...
„Weil die Pferde meine Co-Therapeuten sind. Sie sind immer dabei, wenn ich mit meinen Klienten arbeite. Wir holen die Pferde gemeinsam von der Weide, putzen sie und machen sie zum Reiten fertig. Wir lehnen uns bei ihnen an, wenn wir traurig sind und finden Trost. Sie tragen uns auf ihrem Rücken und stillen so das vernachlässigtes Bedürfnis nach Getragen werden und Loslassen können. Auch das Vertrauen in sich und andere kann so neu erlernt werden. Pferde werten nicht, sie nehmen uns so, wie wir sind.“

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Die Felder von Berlin-Gatow. Abgeschnitten hinter dem Fluss liegen die Naturschutzgebiete. Unten das Berliner Dorf Gatow. Foto: Rico Ketzer Vergrößern
Die Felder von Berlin-Gatow. Abgeschnitten hinter dem Fluss liegen die Naturschutzgebiete. Unten das Berliner Dorf Gatow. © Rico Ketzer

Wie heißt die Tiere denn? 
„Neben Snowy sind das unser Jüngling in Ausbildung Chocolate, unser Ältester, der Traber Jack. Und natürlich das Shettypony Axel – liebevoll ‚Akki‘ genannt.“

Was verbindet Sie persönlich mit Spandau? 
„Ich wurde 1972 im Lynar-Krankenhaus geboren und bin fast immer in Spandau geblieben. Ich bin zur Robert-Reinick-Grundschule gegangen, in der 2. Generation, denn schon meine Mutter besuchte diese Schule, die damals noch Herman-Löns-Grundschule hieß. Ich war beim SC Siemensstadt im Hockeyverein und habe im Jungfernheidepark mein Sportabzeichen gemacht. Nicht vergessen darf man die winterlichen Schneevergnügen auf dem zugefrorenen See, die Skilanglauftouren mit meinen Eltern im verschneiten Park in den späten 70er Jahren und die Rodelerlebnisse auf dem Rodelberg im Wilhelm-von-Siemens-Park. Ich habe Siemensstadt nur zweimal verlassen, bin aber immer wieder gekehrt. Es ist einfach meine Heimat und auch das schon in 3. Generation. Und natürlich bin ich stolz darauf, dass mein Sohn sein Abitur am Carl-Friedrich-Siemens-Gymnasium gemacht hat.“

[Lesen Sie mehr im Tagesspiegel: Ärger um Dreck am Badesee - jetzt reagiert die BSR. Oder: Die Rieselfelder sollen verkauft werden - was passiert jetzt damit? Und: Wer kippt seinen Dreck in den Wald? Oder auch: Plötzlich flogen Bundeswehr-Maschinen über Gatow und Kladow - was steckte dahinter?]

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Der beste Ort für Pferde in Spandau? 
„Das sind sicher die Höfe rund um die Rieselfelder, allein schon wegen des tollen Ausreitgebietes und der intakten Natur. Dort findet der gestresste Großstädter und der ambitionierte Reiter noch Ruhe und Erholung.“

Ihr Lieblingsplatz?
„Früher haben wir am Wasserturm im Jungfernheidepark Fangen und Verstecken gespielt, heute findet man dort eine tolle Gastronomie. Außerdem ist der Park ein Naturparadies, dort haben sich Biber und Wasserschildkröten angesiedelt, man trifft zu ruhigen Zeiten Fischreiher und im klaren Wasser sichtet man in der Seerosenecke riesige Karpfen und sogar einen Koi.“ Im Netz: www.meinereittherapie.de

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